Review

Reviews 7.5
Classic Rock

PHIL CAMPBELL

Old Lions Still Roar

Label: Nuclear Blast/Warner
Dauer: 41:03
Erscheinungsdatum: 25.10.2019
Ausgabe: RH 390

Schon zu Motörhead-Zeiten kokettierte PHIL CAMPBELL immer wieder mit dem Gedanken an ein Soloalbum, verwarf die Pläne dann aber und stellte sich in den Dienst eines Lemmy Kilmister. Mehr als 30 Jahre war Campbell Gitarrist einer der legendärsten Rock´n´Roll-Bands des Planeten, ohne selbst jemals groß im Rampenlicht gestanden zu haben. So verrückt es klingt, das hatte extrem selbstlose Qualitäten, die natürlich auch sein „richtiges“ Soloalbum tragen, das sich von den Alben mit seinem „Bastard Sons“-Familienclan allerdings nur in Nuancen unterscheidet. In erster Linie ist es die enorme Zahl an Gastmusikern, vor allem Sängern, die hier den Unterschied macht, das Prinzip ist aber letztlich immer dasselbe. Campbell ist ein im besten Sinne solider und songdienlicher Rock´n´Roll-Gitarrist, der das große Ganze nie aus den Augen verliert. Der verhaltene Beginn mit dem bluesig-folkigen ´Rocking Chair´ überrascht, aber die simple, selbstironische Nummer hat das Zeug zum Radio-Hit und rahmt das Album zusammen mit dem Gitarren-Ausklang ´Tears From A Glass Eye´ (Joe Satriani) ein. Dazwischen wird mal mehr, mal weniger heftig gerockt. ´Swing It´ (Alice Cooper) und ´These Boots´ (Dee Snider) hätten auch auf einer Motörhead-Scheibe eine gute Figur gemacht, das schneidige ´Straight Up´ (mit Rob Halford) ist ein weiterer Höhepunkt der Platte. ´Dancing Dogs (Love Survives)´ (Whitfield Crane) und ´Faith In Fire´ (Ben Ward) erinnern an Iommi-Solo-Nummern. Das klingt besser, als es tatsächlich ist. Campbell muss sich den Vorwurf gefallen lassen, eine Spur zu oft an Traditionen festzuhalten. Die beiden Balladen des Albums sind eher zum Gähnen.

Autor:
Holger Stratmann
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