Review

Reviews 9.0

PARKWAY DRIVE

Ire

Ausgabe: RH 341

Epitaph/Indigo
Bislang haben wir PARKWAY DRIVE noch nicht so richtig auf dem Schirm gehabt, aber das wird sich mit „Ire" ändern. Den sympathischen Australiern ist hier nämlich ein enorm vielschichtiges Meisterwerk gelungen, das mit allerlei genrefremden Elementen die Metalcore-Schublade sprengt und nur noch Kleinholz hinterlässt. Zwar sind die Wurzeln noch immer unverkennbar vorhanden, aber dazu gesellen sich neue Einflüsse wie die hypermelodischen Classic-Rock-Gitarren im Opener ´Destroyer´ und der Single ´Vice Grip´ sowie deutlich variablere Vocals - auch ohne Klargesang hat sich der Gesangsunterricht von Frontmann Winston voll geloht. So brüllt er bei den beiden Metal-Massakern ´Dying To Believe´ und ´Dedicated´ so derbe wie Randy Blythe von Lamb Of God, und bei Songs wie ´Crushed´ oder ´Writings On The Wall´ arbeitet er mit böse geflüsterten Rap-Phrasierungen, die Assoziationen zu Korn und King 810 wecken. Fette Breakdowns gibt´s natürlich immer noch, aber sie sind nie Selbstzweck, sondern nur dann eingebaut, wenn die Dynamik danach verlangt. Mit dieser geschickten Gratwanderung sollten sowohl die alten Fans bei der Stange gehalten als auch viele neue gewonnen werden.

Autor:
Marcus Schleutermann
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