Review

Reviews 8.0
Doom Metal

PALLBEARER

Forgotten Days

Label: Nuclear Blast/Warner
Dauer: 53:02
Erscheinungsdatum: 23.10.2020
Ausgabe: RH 401

Trouble, seid ihr es? Der Opener und Titelsong ´Forgotten Days´ bringt in sechseinhalb Minuten die Essenz PALLBEARERs auf den Punkt, mit stark einnehmendem Gitarrensound, diesem partiellen Eric-Wagner-Gesang von Brett Campbell sowie einer Melodieführung, die - höre den Quasi-Refrain - eher an Ozzy solo (in dessen melancholischen Momenten) als die ursprünglichen Black Sabbath erinnert, und auch das folgende ´Riverbed´, in dem man sich schon nach einer guten Minute ein krasses Downbreak traut, das die Richtung des Songs verändert, ist absolute Weltklasse. Jene gibt es im weiteren Verlauf leider erst wieder mit dem Doppelabschluss ´Rite Of Passage´ und ´Caledonia´, die am Ende sehr versöhnlich stimmen, dazwischen verlieren die Amerikaner, die einmal mehr auch als Generikum für Warning-Fans auf Entzug herhalten können, allerdings ein wenig den Faden, sie finden keine passenden Hooklines, die Stimmung stimmt, aber es mäandert halt zu sehr irgendwo im Raum, schon beim Space/Stoner-Ausflug ´Stasis´ an dritter Stelle, aber auch im zwölfminütigen Herzstück ´Silver Wings´, das läuft und läuft und läuft und irgendwann vorbei ist, ohne dass man sonderlich Notiz genommen hätte (okay, die Riffs sind sehr fein...). Weil sich weite Teile der Kollegenschaft auch nach dem Drumherum (brillanter Sound, wunderbares Artwork!) garantiert die Finger lecken, reicht es natürlich immer noch für eine Kaufempfehlung, das hier ist nach wie vor Doom-Metal-Champions-League - aber ein latentes Sinnieren über verschenkte Möglichkeiten, das sei mir an dieser Stelle erlaubt...

Autor:
Boris Kaiser
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