Review

Reviews 8.0

PAIN

Rebirth

Ausgabe: RH 157

Peter Tägtgren bläst mit poppigen Hartwurstsounds zum Generalangriff auf die Zappelbuden des Kontinents - und damit auf Ottonormaltanzmäuschen mit Heavy-Schlagseite. Der Hypocrisy-Chef, vielbeschäftigte Producer-Guru und Dorf-Bürgermeister hat in seiner spärlichen Freizeit ein Album im Alleingang eingespielt und -programmiert, das alle Anhänger von Achtziger-Wave-Mucke mit griffigen, eingängigen Melodien zum Run auf die Plattenläden animieren könnte - vorausgesetzt, die Gemeinde empfindet die Machart von "Rebirth" nicht als überholt. Die Mischung aus Elementen der Sisters Of Mercy, Anne Clark und Ultravox bis hin zu den Holzschuhtanz-Exzessen der Rednexx ist in jedem Fall gelungen, zumal die Hooks der meisten Songs problemlos zünden. (Dass das Label-Info von einer Mischung aus "heftigstem Metall mit Techno" faselt, ist ein guter Witz, mehr nicht). Als Produzent hat Tägtgren hier jedoch kein Meisterwerk an die Wand genagelt. Die Sounds & Samples sind mehrheitlich zu schwammig geraten. Ultimatives Geballer klingt anders. Da liegt er deutlich hinter Leuten wie Jürgen Engler (Die Krupps) zurück. Und in innovativer Hinsicht hat die Scheibe gar nix zu melden. Trent Reznor leiert sich Songs wie den verhinderten Karl May-Filmsoundtrack '12:42' zum Aufwärmen vor dem Frühstück raus. Dennoch: Der Unterhaltungsfaktor erreicht dank des starken Melody-Writings hohe Werte auf der Rappel-Skala. Das Potential für einen Chartbreaker ist in jedem Fall vorhanden. Haut euch mal die Ohrwürmer 'Dark Fields Of Pain' und 'End Of The Line' aufs Ohr und entscheidet selbst.

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