Review

Reviews 8.5

PAIN OF SALVATION

Remedy Lane

Ausgabe: RH 177

Kein leichter Brocken, den uns PAIN OF SALVATION-Kopf Daniel Gildenlöw und seine Hintermannschaft mit ihrem mittlerweile vierten Langeisen vor die Füße werfen. „Hier ist sie - schaut, was ihr damit macht!", scheint die Platte nach dem ersten Hören zu sagen, und man entpuppt sich dabei, wie man noch Stunden später über einzelne Songs oder Lyric-Passagen dieses Konzeptalbums grübelt. Ganz so, wie es normalerweise höchstens bei einem mitreißenden Film der Fall ist.

Der Prog Metal (mit diversen Prog-Rock- und Alternative-Zitaten) auf „Remedy Lane" ist, auch aufgrund des Textkonzepts, zutiefst melancholisch und erinnert damit - wenn auch nicht unbedingt musikalisch, sondern eher von der Atmosphäre her - enorm an die ersten beiden und nie mehr erreichten Saviour Machine-Alben. Die Fragen, die Gildenlöw aufwirft, sind zutiefst existenziell und haben nichts weniger als die Liebe, damit verbundene Enttäuschungen und letztendlich den Sinn des Daseins zum Thema. Das Leben, das Universum und der ganze verdammte Rest eben. Ein Wunder, dass der Texter damit nicht untergeht.

Aber bevor wir uns zu tief in den Gedankenkosmos der Schweden begeben, sei gesagt, dass die 13 Songs auch musikalisch hervorragend funktionieren, enorm abwechslungsreich ausgefallen sind und sich zwischen wunderschönen Balladen (z.B. dem am Anfang stark Marillion-lastigen ´Second Love´) und wirren bis irren Prog Metal-Epen bewegen, die nach mehrfachem Antesten streckenweise fantastische Melodien offenbaren. Lediglich die etwas muffige und viel zu trockene Produktion verdirbt ein bisschen den, ähem, Spaß.

„Remedy Lane" reißt einen mit, und wem die zweite (natürlich immer noch sehr gute) Disc des aktuellen Dream Theater-Albums irgendwie zu viel Arbeit und zu wenig Gefühl ist, dürfte hier die bessere Alternative finden.

Autor:
Boris Kaiser
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