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PAIN OF SALVATION

Linoleum

Ausgabe: RH 271

Etwas Spannenderes und Besseres als „Linoleum“ haben PAIN OF SALVATION in den letzten sieben Jahren nicht zustande gebracht. Nichts, aber auch gar nichts erinnert an das nervtötend prätentiöse Geschwurbel von „Be“ oder die melodische Armut von „Scarsick“, stattdessen atmet diese EP den Geist der Siebziger: Bluesige Riffs treffen auf wummernde Hammond-Orgel-Akkorde, cool knurrende Basslinien auf organisch groovendes Drumming. Mit diesen Mitteln kreieren die Schweden drei äußerst düstere Mini-Epen voller Virtuosität, ohne kitschige Theatralik und mit Hooklines, die spätestens nach drei Durchläufen süchtig machen. Darf´s noch etwas mehr sein? Bitte: Ein starkes und extrem geschmackssicheres Cover des ´76er Scorpions-Klassikers ´Yellow Raven´ gibt´s obendrauf.

3 Fragen an PAIN OF SALVATION-Sänger/Gitarrist Daniel Gildenlöw

Daniel, was behandeln die Songs auf „Linoleum“?

»Genau wie auf „Road Salt“ (dem 2010 erscheinenden nächsten Album - tb) drehen sich die Songs auf „Linoleum“ um die Entscheidungen, die man im Leben trifft - und darum, mit Verlust umzugehen. Es geht um dich und mich, die wir ständig vermittelt bekommen, dass wir es verdienen, unversehrt zu sein, und dass alles Übel behoben werden kann. Wir kriegen zu hören, dass wir glücklich sein und unsere Träume, Wünsche und Hoffnungen nie aus den Augen verlieren sollten. Und das in einer Zeit, in der all das vollkommen unwahrscheinlich, um nicht zu sagen unmöglich ist. „Linoleum“ will dich darauf vorbereiten, dass dich dieses Leben kaputtmachen wird - und darauf, dass das vollkommen in Ordnung ist, schließlich wären wir ohne Macken rein gar nichts. Persönlichkeit ist die Summe kleiner Fehler, die Summe all der Schäden, die wir abbekommen haben.«

Wie verhält sich die EP zu „Road Salt“? Werdet ihr Songs wiederverwenden?

»„Linoleum“ repräsentiert das Album einigermaßen treffend, auch wenn zwangsläufig einiges fehlt bei nur vier Songs. Wir sind uns noch nicht sicher, welche Stücke auch auf dem Album auftauchen werden. Das entscheiden wir anhand des finalen Albumcharakters und Konzepts.«

Kannst du uns verraten, was wir von „Road Salt“ noch zu erwarten haben?

»Es wird leidenschaftlich und staubig, rau und messerscharf. Eine Klinge an deinem Hals, die dich um einen Kuss anbettelt. 1976 auf Steroiden, ein Ort, an dem noch nie jemand war. Von da an wird es das einzige Album von PAIN OF SALVATION sein. Sollte es dich kalt lassen, empfehlen wir intensive therapeutische Maßnahmen.« (tb)

Autor:
Tobias Blum
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