Review

Reviews 5.0

OOMPH!

Wahrheit Oder Pflicht

Ausgabe: RH 202

Nicht „Augen auf!“, sondern lieber „Ohren auf“, Marcus! „Wahrheit oder Pflicht“ mag das „abwechslungsreichste und härteste“ OOMPH!-Album sein, aber welche Stärken die Band haben soll, bleibt auch mit diesem Album ein Rätsel. Was ist so schwer daran, den Nerv der Zeit zu treffen, wenn man Einflüsse von angesagten Bands wie Rammstein, Die Ärzte und den Hosen mit einer Portion Düster-Rock mixt? Frontmann und Möchtegern-Bösewicht Dero scheitert kläglich bei dem Versuch, Emotionen durch mystisch-raue oder blackmetallisch-wütende Vocals zu transportieren, weil dieser Trend einfach zu ausgelutscht ist, um mit Durchschnittsgesang beeindrucken zu können. Eindrucksvoll klingt Dero nur bei dem lahmen „Keine Macht“ - zumindest verpasst er dem Hörer einen schmerzverzerrten Gesichtsausdruck.

Und was die „intelligenten Beziehungstexte“ angeht: Hier offenbart sich wieder einmal die typische Verzweiflung solcher Bands, die ihr Heil in deutschen Texten suchen und sich nicht anders zu helfen wissen, als leere Reime auf bedeutungsschwanger zu trimmen. Peinlich.

Keine Frage: ´Augen auf´ ist eingängig, hat einen besonders schlichten Text und wird in Windeseile ein ebensolcher Discokracher wie Megaherz´ ´Miststück´ werden. Damit ist der Gruppe ein Hit geglückt, akzeptiert, aber deshalb bleiben OOMPH! immer noch eine unspektakuläre Trendkapelle, die auf bewährte Elemente wie Elektro-Riffs, deutsche Texte und Keyboardgeklimper setzt. Zugreifen? Nicht nötig.

Autor:
Jenny Rönnebeck
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