Review

Reviews 8.0

OOMPH!

Des Wahnsinns fette Beute

Ausgabe: RH 301

Columbia/Sony (61:27)

OOMPH! haben die längere Auszeit gut genutzt und sich hörbar weiterentwickelt. Neben bekanntem Hymnenfutter (´Bis der Spiegel zerbricht´, ´Die Geister die ich rief´), latent pathetischen Balladen (´Regen´) sowie EBM-Tanz-Treibstoff (´Such mich find mich´) zeigen die NDH-Pioniere mit der fingerschnippend swingenden Single ´Zwei Schritte vor´, dem gekonnt überarbeiten Bronski-Beat-Cover ´Kleinstadtboy´ und dem Hans-Albers-Gedächtnislied ´Seemannsrose´ mit kultverdächtigem Schwulentext ganz neue Seiten. Manch alten Fans mag das zu cheesy sein, aber mir gefällt diese stilistische Offenheit durchaus gut, weil Dero als deutsche Antwort auf Mike Patton selbst die schmierigsten Passagen souverän bewältigt. Provoziert und polarisiert haben die Wolfsburger ja schon immer, aber diesmal treiben sie es mit diversen Texten zur sexuellen Selbstfindung und Orientierung besonders weit, wobei neben allerlei Gesellschaftskritik auch immer wieder ein dickes Augenzwinkern durchschimmert. So heißt es im großartigen Elektro-Rocker ´Deine Eltern´: „Spiel nicht an dir selbst, denn davon wird man blind!“ Aber zum Glück nicht taub!

Autor:
Marcus Schleutermann
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