Review

Reviews 6.5

ONKEL TOM

H.E.L.D.

Ausgabe: RH 329

Steamhammer/SPV (45:25)
Schon das Cover sieht eher nach Trinkerelend als nach rauschendem Fest aus, und als Party-Platte, was ein ONKEL TOM-Album bisher immer sein wollte, taugt „H.E.L.D." in der Tat nichts. Bereits das Furz-Collagen-Intro wirkt eher bemüht als wirklich komisch, und die wenigen enthaltenen Saufhymnen wie ´Ein bisschen Alkohol´ oder ´Wer nach dem Lied noch stehen kann´ muten eher wie Pflichterfüllung an. Was „H.E.L.D." dennoch interessant macht, sind die melancholischen Rocker, die mal mit Breitwand-Refrain à la Tote Hosen (´Zu wahr, um schön zu sein´) oder Onkelz-Pathos (´Der Duft von Lavendel´) überraschen. Dabei bedient sich Herr Angelripper zwar durchaus des üblichen Wir-gegen-die-da-oben-Duktus deutsch rockender Trendreiter, bekommt die Kurve aber letztlich durch einige bemerkenswerte Zeilen, die Intelligenz-Prekarier wie Frei.Wild und Konsorten in diesem Leben nicht mehr auf die Kette kriegen. Somit vermittelt „H.E.L.D." einen guten Eindruck davon, was dabei herauskommen könnte, wenn ein Charakterkopf wie Thomas Such den Sauf-Quatsch mal beiseite und stattdessen seinem lyrischen Talent freien Lauf ließe. Die besten Trinklieder hat er ja eh schon vertont.

Autor:
Sebastian Schilling
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