Review

Reviews 7.5

ONKEL TOM

Bier Ernst

Label: Steamhammer/SPV
Dauer: 74:29
Ausgabe: RH 377

Mit seinem „Saufkick“ ONKEL TOM hat Sodom-Häuptling Angelripper (v./b.) schon immer polarisiert. Auch ich konnte bis dato nicht allzu viel mit dem feucht-fröhlichen Leer-, oops, Liedgut der Ruhrpott-Ikone und seiner Truppe anfangen, obwohl ich mit den Frühwerken der Party-Punks Dimple Minds, „Trinker an die Macht“ und „Durstige Männer“, sozialisiert wurde. Mit seinem neuesten Streich, dem Doppeldecker„Bier Ernst“, dürfte der ehemalige Bergmann aus Gelsenkirchen-Buer seinen Kritikern aber zumindest partiell das Maul stopfen. Während die CD „Bier“ erneut im Zeichen von Alkohol und Geselligkeit steht - u.a. dreht das Quintett Trinklieder wie ´Durst wird durch Bier erst schön´, ´Hätten wir das Geld lieber vergraben´, ´Was sind wir Männer doch für ´n lustiger Verein´ oder ´Durst ist schlimmer als Heimweh´ durch den Coverwolf -, hauen die Jungs auf CD Nummer zwei, „Ernst“, acht Eigenkompositionen und die NDW-Hommage ´Polizisten´ (stammt im Original von Extrabreit) raus, die sich gewaschen haben und von denen die eine oder andere Nummer aufgrund ihres (thrash-)metallischen Charakters und Toms unverwechselbarer Vocals sogar auf dem nächsten Sodom-Langeisen eine gute Figur machen würde. Neben ´Ich finde nur Metal geil´, ´Auf dünnem Eis´, ´Das blaue Buch des Lebens´ und dem bereits von der letzten EP bekannten ´Zwischen Emscher und Lippe´ ballern vor allem ´Ich muss hier raus´ und ´Egal´ prima rein und zeigen, dass sich bei den Wacken-Stammgästen nicht immer nur alles um das Thema „Spaß´n´Suff“ drehen muss.


4 Fragen an ONKEL TOM-Sänger Thomas „Tom Angelripper“ Such:

Tom, welche Nummern sind dir leichter von der Hand gegangen - die „Saufsongs“ für „Bier“ oder die „seriösen“ Tracks für „Ernst“?

»Da mache ich keinen Unterschied. Jeder Titel ist für mich immer eine Herausforderung. Aber wir sind ja immer noch sehr kreativ, sodass uns viele Sachen recht leicht von der Hand gehen. Das Arrangieren und Bearbeiten der Coversongs ist aber noch mal eine ganz andere Baustelle, zumal man ja den Song und den Text nicht verändern darf und trotzdem versucht, eine eigene Note reinzubringen.«

Einige Passagen von „Ernst“ hätten es für meinen Geschmack auch auf das nächste Sodom-Album packen können - oder wie siehst du das?

»ONKEL TOM ist ja kein spezieller Stil, wir können uns frei bewegen. Wir sind natürlich alle Thrash-Fans in der Band, warum sollte man diese Leidenschaft nicht auch in die Songs einbauen? Aber durch meine unverwechselbare Röhre klingt es oftmals natürlich nach Sodom. Es ist halt eine gesunde Mischung aus Metal, Punk, Deutschrock und traditionellem Liedgut. Da muss man bei uns mit allem rechnen.«

Apropos Sodom: Wann können wir mit dem nächsten Album rechnen?

»Wir haben gerade zwei neue Titel für die kommende EP geschrieben, die noch vor der Tour mit Exodus im Dezember erscheinen soll, aber das Album wird erst im nächsten Jahr veröffentlicht. Wir machen uns da aber keinen Druck, die Band ist ja gerade erst mal in der Phase, wo wir uns aufeinander einstellen müssen. Aber Ideen fürs Album gibt es schon jede Menge.«

Den Song ´Jacky Cola´ hast du deinem „Idol“ Lemmy gewidmet. Ist das auch dein alkoholischer Lieblingsdrink, oder säufst du immer noch am liebsten Diebels Alt?

»Das stimmt nicht, den Songs haben wir unserem Lieblings-Whiskey gewidmet, aber Lemmy kommt natürlich drin vor. Ich bin natürlich immer noch ein großer Liebhaber von Diebels Alt, aber zwischendurch geht auch mal ein Jacky mit guten Freunden!«

Autor:
Buffo Schnädelbach
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