Review

Reviews 7.0

NOCTE OBDUCTA

Verderbnis (Der Schnitter kratzt an jeder Tür)

Ausgabe: RH 295

MDD/Alive (40:39)

Ananas, Bier und Black Metal. Kann so eine Kombination gut gehen? Im Falle von NOCTE OBDUCTA ist das mehr als zehn Jahre lang gut gegangen, ehe man sich irgendwann zwischen 2006 und 2008 auflöste. Die Ananas als Maskottchen, der Suff als kreative Antriebsfeder und der Black Metal als Ausdrucksform. Ob bei der aktuellen Reunion zu viel Ananassaft im Spiel war, entzieht sich meiner Kenntnis, Fakt ist aber, dass die Mainzer Black-Metal-Avantgardisten noch mal die Tür geöffnet haben. „Verderbnis" soll der legitime Nachfolger des „Schwarzmetall"-Albums von 2001 sein, ist aber bei weitem nicht so puristisch ausgefallen. Raserei sucht man auf dem neunten Nocte-Album nahezu vergeblich, viel eher mutet „Verderbnis" wie eine Zusammenfassung aller bisherigen Alben an. Der Sinn für ausgefallene, verspielte Arrangements und das Kokettieren mit anderen Genres (Progressive Rock, Ambient etc.) kommt in Songs wie ´Schweißnebel´ oder ´Wenn ihr die Sterne seht´ deutlich zum Tragen. Das macht nach wie vor Spaß und ist ein Kleinod der nationalen Black-Metal-Szene.

Autor:
Patrick Schmidt
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