Review

Reviews 8.5

NOCTE OBDUCTA

Nektar - Teil 2: Seen, Flüsse, Tagebücher

Ausgabe: RH 218

(53:15)

Nach dem sehr viel versprechenden ersten Teil von „Nektar" legen die Mainzer nun den zweiten vor. Es dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass NOCTE OBDUCTA eine Ausnahmestellung innerhalb der schwarzen Szene innehaben. Mit treffsicherem Gespür für echte Finsternis und fast schon majestätischer Eleganz durchschreiten sie die Zeit. Prachtvolle Epen mit bis zu 15 Minuten Länge, voll gepackt mit fesselnder Lyrik und musikalischem Weitblick, sind gerade im Black Metal alles andere als eine Selbstverständlichkeit. So sehr man den Niedergang der Szene, sei es durch Kommerzialisierung oder schamlose Abkupferei, auch verdammen mag, nach wie vor gibt es die Originale, die es wert sind, mit der Lupe gesucht zu werden. Die Wurzelsuche bei NOCTE OBDUCTA endet nicht bei Bathory, sondern reicht bis in die Zeiten von Black Widow zurück. Es ist ein faszinierender Kosmos, den die Band erschafft. Ein Sprung in diese Parallelwelt gelingt nicht, wenn einzig die Neuzeit und ihre wunderlichen Errungenschaften als Wertungsschablone gelten sollen. Für jeden stehen die Tore von NOCTE OBDUCTA offen, aber nur die wenigsten werden den Zugang finden.

Autor:
Volkmar Weber
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