Review

Reviews 8.0

NOCTE OBDUCTA

Mogontiacum (Nachdem die Nacht herabgesunken...)

Ausgabe: RH 350

MDD/Alive (65:04).
Weder Backpfeifen von Szene-Flachpfeifen noch Spötter, die NOCTE OBDUCTA ihre unstrittige Relevanz absprechen, bringen Marcel „Traumschänder" Breuer von seiner exzentrischen Vision dessen ab, was (deutscher) Black Metal sein kann und darf. Sein elftes (!) Album greift konzeptionell fast zehn Jahre zurück und liegt trotzdem am Puls der Zeit: Auf „Mogontiacum" hört man wieder Post- und Krautrock, Ambient aus der Berliner Schule und viehisch Rohes aus der ganz alten oben in Norwegen, ohne es anhand konkreter Zitate belegen zu können, was am Ende auch egal ist. Nur wenige Kapellen des extremen Spektrums bleiben im Laufe ihrer Karriere so spannend und unvorhersehbar wie diese, was sich allein schon beim Einfahren der 20-minütigen Anders-Prog-Nummer ´Desîhra Mogontiacum´ bestätigt: Tiefgang dank Dachschaden, während andere zum Lachen in den Keller gehen - spannende Platte, wichtige Band.

Autor:
Andreas Schiffmann
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