Review

Reviews 9.5

NILE

In Their Darkened Shrines

Ausgabe: RH 184

Es gibt nicht viele Todesblei-Combos jüngeren Datums, die man in einem Blindfold-Test sofort erkennen kann. NILE zählen mit ihrem epischen und zugleich kraftvoll brutalen Zugang zum Death Metal, der typischen Melodieführung und den Soundtrack-ähnlichen Parts zu dieser seltenen Sorte. Dazu kommt noch die einzigartige Ägypten-Manie, die die Band weit aus der unüberschaubaren Veröffentlichungsflut heraushebt. „In Their Darkened Shrines" ist mit Abstand das ausgereifteste Werk der Bandhistorie, was nicht nur am monumentalen, vierteiligen Titeltrack mit einer Länge von über einer Viertelstunde ersichtlich ist. Die Mannen um Chefdenker Karl Sanders haben ein Album erschaffen, das über seine ganze Länge eine atemberaubende Atmosphäre aufbaut und aufrecht erhält, die Gesamtdurchläufe beinahe zur Pflicht macht.

Bei aller Komplexität der Arrangements vergessen NILE aber nicht die Live-Kompatibilität ihrer Songs und scheuen sich nicht, neben artistischen Gitarrensoli und abgedrehten Highspeed-Teilen auch eingängige Bang-Parts einzubauen, die jeden Club in einen großen Moshpit verwandeln. Die Vielzahl der verwendeten Samples schadet der Aggressivität nicht, da sie genial mit den jeweiligen Tracks verwoben wurden. Hervorzuheben sind auch noch die eigens aufgenommenen Orchesterstücke und die gelungenen Experimente mit exotischen Folklore-Instrumenten.

Mit „In Their Darkened Shrines" werden NILE wohl im Death Metal-Ranking in die Top Five aufsteigen. Morbid Angel können da hoffentlich mit ihrem nächsten Werk mithalten...

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