Review

Reviews 8.5

NEUROSIS

Through Silver In Blood

Ausgabe: RH 107

Na also. Nach der in elegischem Bombast und ausufernder Monotonie erstickten Vorgängerscheibe "Enemy Of The Sun" laufen NEUROSIS auf "Through Silver In Blood" mehr oder weniger zu alter Form auf. Soll heißen, die atmosphärische Dichte und Nähe zum Meilenstein "Souls At Zero" bleibt stets gewahrt. NEUROSIS sind die ungekrönten Könige im Spannungsaufbau, können allerdings nicht ganz verheimlichen, daß es prinzipiell immer auf das Gleiche rausläuft: Äußerst bedächtig und ruhig beginnend - diesmal unter Mithilfe von Cello, Piano und Dudelsack -, wird Ton um Ton ein infernalischer Soundwall errichtet, der auf dem Höhepunkt (einer meist ohrenbetäubend, eruptiv und brachial inszenierten Klangkaskade) abrupt zum Einsturz gebracht wird. Eigentlich glänzt man dabei mehr durch Wiederholungen als durch Innovation, da man von diesem Erfolgsrezept keinen Millimeter abweicht. Ein mittlerweile perfektioniertes Stilmittel, das die Band von anderen Combos abhebt und somit durchaus legitim ist. Meilenweit entfernt von den kühl durchkalkulierten musikalischen Destruktionsmechanismen von Acts wie den völlig überbewerteten Nine Inch Nails oder Ministry, denen man härtemäßig locker das Wasser abgräbt, bestehen und bestechen NEUROSIS als eine der eigenständigsten, bis heute selten kopierten Bands. Die neue Sepultura bildet da eine der wenigen Ausnahmen. Nicht jedermanns Sache, aber trotzdem oder gerade deshalb eine Klasse für sich.

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