Review

Reviews 10.0

NEUROSIS

Given To The Rising

Ausgabe: RH 241

Neurot/Soulfood (70:48)

Als Gerüchte auftauchten, dass NEUROSIS nach ihrem ruhigen Album „The Eye Of Every Storm“ wieder eine rabiatere und krachigere Richtung eingeschlagen haben, befürchteten die Zweifler schlichte Selbstbedienung am eigenen Schaffen. Selbstbedienung? Kinder, es handelt sich um NEUROSIS! Eher würde die Band Raumschiffe kapern und wegfliegen oder sich mit Macheten bewaffnen und eine Schneise durch einen undurchdringlichen Dschungel schlagen, um Fremdes zu finden, anstatt sich an ihrer eigenen (wunderbaren) Vergangenheit zu berauschen, wie es 99 Prozent aller großen Namen des harten Rockgeschäfts praktizieren. „Given To The Rising“ rollt harsch, grob und unaufhaltsam. Hier dröhnen furchterregende, epische Endzeitklänge, aber sie haben winzige Melodie-Fenster, die einen Spalt geöffnet sind, so dass man das Grün und die warme Sonne dahinter riechen und spüren kann. NEUROSIS zelebrieren sich als ein in Stahlbeton gegossenes Orchester, ihre Lieder sind gigantische Epen im Sinne von kompositorischer Pracht - und ausdrücklich nicht im Sinne von Kitsch und trendmusikalischem Blockbuster-Quatsch. Dem Zeitalter des Hightech und der Gigabyte setzt die Legende aus der Bay Area Klugheit, Hypnose und spirituelle Vorstellungskraft entgegen.

„Given To The Rising“ ist ein bebender Urschrei, ein reinigendes Gewitter in der geistigen Sandwüste der Gegenwart. Es ist allerhöchste Vollendung.

(Hey Wolf! Ich spare mir hier mal die Minuskritik, will aber zumindest anmerken, dass ein Großteil der Redaktion mit diesem ach so „bebenden Urschrei“ weit weniger anfangen kann als du... - gk)

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann
AMAZON EMPFEHLUNG

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.