Review

Reviews 4.0

NASUM

Industrislaven

Ausgabe: RH 102

Eigentlich macht der Silberling einen recht positiven Eindruck, denn Titel und Cover, eine abgewrackte Fabrikhalle, scheinen Industrialmucke zu versprechen. Doch ein Blick aufs Line-up weckte bei mir erste Zweifel. Die Mitglieder der Schwedencombo NASUM vergewaltigten vor noch nicht allzu langer Zeit ihre Instrumente unter dem Namen Necrony. Der letzte Output dieser Truppe, 'Necronycism: Distorting The Originals', war zwar ganz witzig und eine nette Hornmage an die Urväter der todesmetallischen Klopperei, vom Hocker gehauen hat mich das Schaffen der Burschen aber nicht. Doch das muß ja noch nichts bedeuten, schließlich kann sich ja mit dem neuen Logo auch das Material geändert haben. Also, ein Püls geholt, CD-Schacht auf und die Rundplaste hineinjongliert. 18 Titel und nur 16 Minuten Spielzeit, das kann nur Krach sein. Rülps! Schrattel! Grunz! Polter! Alle meine Bedenken bewahrheiten sich. Der flotte Dreier macht genau dort weiter, wo die Herrschaften mit Necrony aufgehört haben. Langweiliger Grindcoredeath dröhnt aus den Boxen und zwingt mich dazu, die Flasche Hopfensaft ungeöffnet wieder in den Kühlschrank zu verbannen. Um das schnöde Geschrubbe zu ertragen, bedarf es höherprozentiger Getränke. Na ja, nach ein paar Gläschen kann ich dem Teil sogar was abringen und zücke mutig vier Punkte.

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