Review

Reviews 9.0
Black Metal

NACHTMYSTIUM

Resilient

Label: Lupus Lounge/Soulfood
Dauer: 25:04
Ausgabe: RH 379

Um eines gleich vorwegzunehmen: Das hier ist ein Musik-Review. Ob Blake Judd ein Junkie, Betrüger oder Krimineller ist, tut in diesem Rahmen nichts zur Sache. Man muss kein guter Mensch sein, um gute Musik zu machen, aber in dieser Hinsicht hat der Grenzgänger nach den skandalös-tragischen Vorgängen von 2014 eine Lücke gerissen, die bislang keine andere Band schließen konnte. Mit Wolvennest gibt es im Bereich des Psychedelic Black Metal zwar ein starkes Gegengewicht, aber dieses magische NACHTMYSTIUM-Feeling liefert nach wie vor nur das Original. Es ist diesem vergeudeten Talent hoch anzurechnen, dass es bei seinem Comeback nicht auf Nummer sicher geht, sondern eine neue Ecke seines dunkelbunten Kosmos ausleuchtet. Natürlich ist von der ersten Sekunde an klar, wer hier Musik macht, doch „Resilient“ klingt anders als die bisherigen Nachtflüge - schwermütiger, langsamer, trauriger, fatalistischer. Speziell der Titeltrack und ´Desert Illumination´ werden von einer hoffnungslosen Melancholie getragen, die einmal mehr zeigt, dass Judd im Gegensatz zu seinen bösen Genre-Kollegen eines verstanden hat: Die Hölle, das ist nicht das Fegefeuer mit ein paar lustigen Dämonen - die Hölle, das ist das Leben selbst. In Anbetracht seines Seelenzustands bin ich mir nicht sicher, ob diese Szene gut ist für Blake Judd. Ganz sicher aber weiß ich, dass Blake Judd gut für diese Szene ist.

Autor:
Wolfgang Liu Kuhn
AMAZON EMPFEHLUNG

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.