Review

Reviews 7.0

MYRATH

Legacy

Ausgabe: RH 349

Earmusic/Edel (51:07)
Die Tunesier MYRATH sind in der Szene keine Unbekannten mehr, die Mischung aus Progressive-, Oriental- und Symphonic Metal dürfte dem einen oder anderen Hörer auf Tourneen von Orphaned Land oder Symphony X bereits entgegengeschallt sein. Auf Album Nummer fünf geben sich MYRATH einer weiteren Professionalisierung hin, die für eine tunesische Band vielleicht zwingend ist, auf mich aber zwiespältig wirkt. „Legacy“ ist ein am Computer perfekt zusammengewerkeltes Pro-Tools-Album von Flitzefingern, das trotz seiner Qualitäten ein wenig kühl und unnahbar wirkt. Das fängt bei den guten orientalischen Melodien vom Keyboard an und hört bei den punktgenauen, aber etwas blutarmen Gitarrenbegleitungen auf. Dazwischen donnern die Drums wie Peitschenhiebe, werden Melodien bis zur Kitschgrenze und darüber hinaus ausgereizt. Auf der Habenseite steht der souveräne Gesang von Zaher Zorgati, der das Album in Verbindung mit dem künstlichen Orchester des Keyboarders dominiert und zu den Top-Frontern des Genres aufgeschlossen hat. Als Freund des orientalischen Metal möchte man den Jungs trotzdem zurufen, sich doch wenigstens zwischendurch auf ein bisschen analoge Beduinen-Romantik zurückzuziehen, aber „Legacy“ wirkt leider über die komplette Strecke wie ein arabisch angehauchter Hollywood-Blockbusterfilm, die Maghreb-Version einer Mischung aus Beyond The Black und Dream Theater. Man muss sich nur den (sehenswerten!) Videoclip zum Album-Höhepunkt ´Believer´ anschauen, um die Intention der Band zu verstehen. Daran ist nichts verkehrt - es begeistert mich nur nicht.

Autor:
Holger Stratmann
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