Review

Reviews 2.0

MUSHROOMHEAD

XX

Ausgabe: RH 183

Das Cover zeigt acht Typen, die mit ihren Overalls und Freak-Masken aussehen, als ob sie gerade vom Slipknot-Fantreffen der Sonderschulklasse 9b kommen. Via Info lassen sie uns allerdings wissen, dass sie diesen Look schon 1993 als Erste erfunden haben und wahlweise ja auch in Tarnanzügen mit schusssicheren Westen herumlaufen. „Das ändert natürlich alles – dann seid ihr meine Helden!“, erwarten sie wohl als Antwort, aber das werden sie zumindest von mir nicht zu hören bekommen.

Der Sound – von Songs traue ich mich angesichts der beliebig zusammengewürfelten Elemente kaum zu sprechen – steht dem armseligen Image nämlich in nichts nach. Die Faith No More- und Mr. Bungle-Einflüsse lassen sich zwar erahnen, sind in ihrer grottenschlechten Umsetzung mit billigen Keyboard-Teppichen und Mike-Patton-für-Arme-Vocals (lediglich ´The New Cult King´ ist gut gesungen) allerdings eine Beleidigung für das Original. Das monotone Shouting des zweiten Frontmanns, tiefer gestimmte 08/15-Riffs, stolpernde Rhythmen, unbeholfene Breaks sowie schäbiger Kirmes-Techno machen die Chose auch nicht gerade besser. Natürlich werden zum pseudo-modernen Gerumpel, das wie eine Nu Metal-Version von GWAR klingt, Texte aus der harten Kindheit bemüht („You never seem to understand/The pain I feel is real (...) like a fork in bloody meat“ - aus ´Before I Die´). Der selbstredend katastrophal misslungene Versuch eines Pink Floyd-Covers (´Empty Spaces´) zeugt genauso vom völligen Realitätsverlust der „Musiker“ wie die unglaublich dummen Zitate im Info: „MUSHROOMHEAD sehen die Prozedur des Songwritings als Kunstform.“ Wahrscheinlich weil die Band bereits an den einfachsten Arrangements scheitert...

Autor:
Marcus Schleutermann
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