Review

Reviews 8.0

MUSHROOMHEAD

XIII

Ausgabe: RH 199

(58:00)

Wegen ihrer Vorliebe für neurotische Bühnenshows und abgedrehte Masken wurden MUSHROOMHEAD lange für eine billige Slipknot-Kopie gehalten. Auf dem Nachfolger des Majordebüts „XX“ kann die vor zehn Jahren in Cleveland gegründete Combo nun endgültig ihr musikalisches Können unter Beweis stellen und die Nu-Metal-Klischee-Schublade hinter sich lassen. „XIII“ überzeugt durch eine enorme musikalische Bandbreite, die sowohl abgedrehte Industrial-Sounds als auch trockene Hardcore-Riffs, verspielte Dub-Elemente und kernige Metal-Parts umfasst. Die beiden Sänger J Mann und Jeffrey Nothing, die an Mike Patton und Phil Anselmo erinnern, liefern sich ein spannendes Rennen aus funkig-coolen Rap-Passagen und rauen Aggro-Growls. Zwischen spacigen Synthie-Teppichen, markanten Tempowechseln und entspannten Piano-Klängen bleibt genug Platz für pushende Kracher (´Kill Tomorrow´), schräge Bombast-Tracks (´Destroy The World Around Me´) und stilübergreifende Midtempo-Smasher (´Sun Doesn´t Rise´). MUSHROOMHEAD paaren gekonnt abwechslungsreichen Crossover mit melancholischer Eingängigkeit und erinnern an eine frische Mixtur aus Faith No More, Pantera und Disturbed.

„XIII“ ist ein Paradebeispiel dafür, dass sich New- und Old School durchaus zu einem homogenen, gelungenen Album vermischen lassen.

Autor:
Conny Schiffbauer
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