Review

Reviews 8.5

MORBID ANGEL

Blessed Are The Sick

Ausgabe: RH 50

Ich glaube, daß die ganze Death Metal-Welt kaum eine Scheibe mit solcher Spannung erwartet hat wie die neue MORBID ANGEL. Die vier Wahnsinnigen aus Florida hatten mit "Altars Of Madness" Maßstäbe gesetzt, und einen qualitativ ebenbürtigen Nachfolger zu schaffen, schien fast unmöglich. Haben es MORBID ANGEL denn geschafft? Nun, ich habe "Blessed Are The Sick" jetzt zwanzigmal gehört, kann aber auf diese Frage immer noch keine klare Antwort geben, denn diese Platte ist anders. Ganz einfach das Gegenteil von dem, was man landläufig erwartet hat: Los geht's mit 'Fall From Grace', einem urtypischen MORBID ANGEL-Stück, das auch auf "Altars Of Madness" hätte stehen können. 'Brainstorm', die zweite Nummer, ist ein bißchen technischer ausgefallen, aber immer noch zweifelsfrei als MORBID ANGEL-Nummer zu identifizieren. Das wird bei 'Rebel Lands', dem dritten Track, schon schwieriger. Überraschend melodisch gehen die Florida-Boys bei diesem Song zu Werke. Es dominieren sehr lange Gitarrensoloparts, die von Pete Sandovals einfach unglaublicher Schlagzeugarbeit untermalt werden. Komisch, aber irgendwie geil. Nach einem gelungenen akustischen Zwischenspiel geht's mit 'Day Of Suffering' weiter, einem "normalen" Song. Beim Titelstück macht sich dann allgemeine Verwunderung breit, denn MORBID ANGEL hören sich auf einmal verdammt progressiv an. Ein schleppender Beginn, dann einige gelungene Breaks, morbide Parts mit gesampelten Kirchenchören und wieder Doom-mäßiger Sound. Interessant! Zu den Demo-Klassikern 'Thy Kingdom Come' und 'Abominations' brauche ich nicht mehr viel zu sagen, 'Ancient Ones' ist auch ein altes Stück mit Grindcoreattacken. Mit 'Unholy Blasphemies' und 'Desolate Ways' bieten MORBID ANGEL aber zwei weitere sehr verschnörkelte Songs, weitab von jedem üblichen High-Speed-Gebolze. Also, mir gefällt's, aber ob alle MORBID ANGEL-Fans damit klarkommen werden? I don't know... Das einzige, was "Blessed Are The Sick" fehlt, sind ein, zwei absolute Überhämmer im Stile von 'Chapel Of Ghouls' oder 'Immortal Rites'. Somit komme ich zu dem Schluß, daß "Blessed Are The Sick" eine sehr gute Scheibe, jedoch nicht der erwartete Überhammer geworden ist. 8,5 Punkte.

Autor:
Frank Albrecht
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