Review

Reviews 8.0
Doom Metal

MIGHT

Might

Label: Exile On Mainstream/Cargo
Dauer: 35:26
Erscheinungsdatum: 17.07.2020
Ausgabe: RH 399

Yeah! „Der Bandname ist Programm!“ - endlich mal diese Kritikerstanze rausgehauen. Hinter MIGHT verbergen sich allerdings keine schwäbischen oder schwedischen Schwert-Metal-Fistpumper, sondern ein Duo, das Hipsterchecker aus Berlin-Neukölln zum Szene-Darling du jour verfeuilletonisieren werden. Was ist davon zu halten? Das Ehepaar Ana Muhi (b./v.) und Sven Missullis (Rest) aus Hannover, vormals zwei Drittel der Noisepunker Deamon´s Child, kommt in der Tat mit Macht über uns: Die zwei verschneiden Doom, Noise, Gaze und homöopathische Dosen Black und Punk zu bedrohlich intimen 35 Minuten, denen man sich ergeben muss, wenn man sie erleben will. Klaustrophobische Lavabässe, hysterische Kracheruptionen, expressives Säuseln, getupfte Akustikparts - all dies und vieles mehr vereint sich zu einem übereigenwilligen Sound, der mit Koordinaten wie Chelsea Wolfe, Emma Ruth Rundle oder Year Of The Cobra nur grob zu verorten ist. Massig, grimmig, feinnervig und verstörend ist das allemal, ergreifend nicht immer. Dennoch stellt sich am Ende Erschöpfung ein, und wer dieses Fazit als Verheißung und nicht als Warnung versteht, ist hier richtig.

Autor:
Thorsten Dörting
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