Review

Reviews 8.5

DESTINIA

Metal Souls

Ausgabe: RH 375

Frontiers/Soulfood (54:31)
Ein Bandprojekt auf Frontiers Records mit ´nem japanischen Shred-Gitarristen (Nozomu Wakai), Rainbow/Lords-Of-Black-Stimme Ronnie Romero, The-Dead-Daisies-Basser Marco Mendoza sowie Whitesnake-Drummer Tommy Aldridge - klingt auf dem Papier nach professioneller, gepflegter Langeweile zur Umsatzsteigerung mit sicherlich immer vorhandenen Grundqualitäten, aber null Komma null Mitreiß-Momenten. Die Wahrheit ist dagegen eine andere: Wakai, Initiator der Chose, der mit DESTINIA bereits ein Album („Requiem For A Scream“, 2014) und eine EP („Anecdote Of The Queens“, 2015) in der Vita hat, hat sich - typisch japanisch - dermaßen intensiv mit den Errungenschaften des Melodic Metal der letzten gut 30 Jahre, angefangen bei Madison, Obsession und Silver Mountain, auseinandergesetzt, dass seine dritte Talentprobe „Metal Souls“ nun kein weiteres schlichtes Durchschnittsgenerikum darstellt, sondern tatsächlich den besten Genre-Beitrag seit ´ner halben Ewigkeit - wofür es neben der akribischen Vorbereitung weitere gute Gründe gibt: Erstens hat Romero, den ich tendenziell eher unauffällig finde, nie beseelter (und powervoller!) geklungen, zweitens habe ich mich - zumindest in dieser Stilistik (von Pell abgesehen, der aber „untechnischer“ spielt) - selten mehr über die Gitarrenarbeit, so notenreich wie melodisch überragend, gefreut, und drittens kennt das Songwriting schlicht und einfach keine nennenswerten Schwächen, und das betrifft das komplette Spektrum von der Power-Ballade (´Take Me Home´) über eher Hardrockiges (´Rain´) bis zu dem halben Dutzend, nun ja, schnelleren Hits, ihreszeichens ´ne Mixtur aus weniger „klassischem“ Achtziger-Yngwie-Malmsteen, weniger kitschigen Stratovarius, als diese noch Relevanz hatten (also bis ca. Mitte der Neunziger), sowie Liebhaber-Stoff wie Royal Hunt (!), Fifth Angel zu „Time Will Tell“-Zeiten oder auch Artension. Und das stets wahrzunehmende japanische Geschmäckle im Hintergrund, quasi Metal-Umami at its best, bilde ich mir sicherlich ebenfalls nicht nur ein... (Breeze Least, anyone?)

Autor:
Boris Kaiser
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