Review

Reviews 9.0

MERCYFUL FATE

9

Ausgabe: RH 145

Nach der für meine Begriffe etwas enttäuschenden "Dead Again"-Scheibe schlagen MERCYFUL FATE mit "9" wieder gewohnt treffsicher zu und bieten dabei ein stilistisch breiteres Spektrum denn je - ohne allerdings die Grenzen des Metal-Bereichs zu übertreten. Ein Widerspruch in sich? Nein, ganz bestimmt nicht: MERCYFUL FATE beweisen mit Nachdruck, daß man sehr wohl kompromißlos heavy bleiben und die Klangfarbe trotzdem mit nahezujeder Nummer ändern kann. So findet sich auf "9" sowohl der schnellste ('Insane') als auch langsamste ('9') Song der gesamten MERCYFUL FATE-Karriere und alles Denkbare zwischen diesen beiden (atmosphärisch völlig unterschiedlichen) Polen. Mit 'Kiss The Demon', 'Sold My Soul', 'House On The Hill' und 'The Grave' sind mindestens vier weitere Ohrwürmer vertreten, die die Trademarks der Band - die unverwechselbare Gitarrenarbeit (die durch Mike Weads Input noch farbiger geworden ist) und King Diamonds einzigartige Stimme (die häufiger als bisher in mittleren Regionen verweilt) - bestens zur Geltung bringen. Die restlichen vier Songs (der eingängige Opener 'Last Rites', das äußerst melodische 'Church Of Saint Anne', das mit packenden Breaks durchsetzte 'Burn In Hell' und das leicht orientalisch angehauchte 'Buried Alive') gewinnen ebenfalls mit jedem Durchlauf und erinnern streckenweise an die alten Klassiker der Band. Hank Shermann hatte recht, als er das "metallischste MERCYFUL FATE-Album überhaupt" ankündigte!

Autor:
Götz Kühnemund

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