Review

Reviews 8.0

MAYHEM

Grand Declaration Of War

Ausgabe: RH 156

Oha! Ist das dieselbe Band, die noch auf ihrem 'Live in Bischofswerda'-Video (gefilmt im Juni '97) auf dem spieltechnischen Niveau der frühen Sodom durch die Botanik rumpelte? Wenn ja, dann haben wir es hier wohl mit dem größten Qualitätssprung der Musikgeschichte zu tun, denn MAYHEM anno 2000 erinnern sehr viel eher an Koryphäen wie Emperor als an Tom Angelrippers Chaostage! Unglaublich! Sicher, auf der letzten MAYHEM-Scheibe (dem Minialbum 'Wolf's Lair Abyss', 1997) zeichnete sich der Trend bereits ab, und Drummer Höllenklöppel gilt auch nicht erst seit gestern als förderungswürdiges Schießbudentalent - aber einen derartigen Abwechslungsreichtum hätte ich nicht erwartet. Straighte, simple Black Metal-Geschosse sucht man hier vergebens, auch wenn immer wieder heftige und schnelle Parts eingestreut werden. Das Songwriting ist überraschend progressiv ausgefallen, und Maniacs Vocals decken ein breites Spektrum - vom infernalischen Kreischen bis zum bedrohlichen Flüstern - ab. MAYHEM-Fans der ersten Stunde werden da sicher einiges zu meckern haben. Für mich persönlich ist das Problem nicht das auf 'Kunst' getrimmte Songwriting, sondern die Tatsache, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass hier im Studio alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Einige Schlagzeugparts, besonders die Bassdrums, klingen doch recht unnatürlich und sind zumindest computertechnisch nachbearbeitet worden. Na ja, warten wir ab, ob MAYHEM diese Songs tatsächlich live reproduzieren können... Was meine Benotung angeht, so beschränke ich mich ganz auf die Klasse der Songs und zücke deshalb eine dicke Acht.

Autor:
Götz Kühnemund
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