Review

Reviews 8.0

MAYHEM

Chimera

Ausgabe: RH 203

(44:37)

Es ist unbestritten, dass diese Band in den vergangenen drei Jahren bei ihren Fans jede Menge Kredit verloren hat - teilweise aus eigenem

Verschulden, teilweise wegen der Engstirnigkeit der Basis. Wer aus purer Geldgeilheit mehr Livemitschnitte (drei offizielle Livealben, ein offizielles Livevideo, eine offizielle DVD sowie einige angebliche

Bootlegs, die Gerüchten zufolge jedoch von der Band abgesegnet wurden)

als Studioalben (drei) veröffentlicht, muss sich nicht wundern, wenn er nicht mehr ernst genommen wird.

Wenn die Band allerdings mal ins Studio marschiert, um neue Songs

aufzunehmen, dann bekommt der Fan Qualität. Nur leider wissen das viele Hörer nicht zu schätzen: "Grand Declaration Of War" war brutal und gleichermaßen anspruchsvoll, war kein Old-School-Geknatter, sondern zutiefst progressiv. Und fiel deshalb bei der Basis gnadenlos durchs Raster. Dem tragen die Norweger nun Rechnung. "Chimera" ist purer Hass. Und dazu purer Hass. Und purer Hass. Straight, aber nicht stumpf, technisch über alle Zweifel erhaben, aber nicht abgehoben, garstig, aber nicht infantil überkommt dich das Album. Wie eine Grippe-Epidemie: Man will sie zwar nicht, muss aber widerwillig anerkennen, dass man doch angesteckt wurde.

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann
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