Review

Reviews 9.0
Hardcore

MASSENDEFEKT

Zurück ins Licht

Label: MD/Warner
Dauer: 42:17
Erscheinungsdatum: 27.11.2020
Ausgabe: RH 402

Den Ausstieg von Gitarrist Clausi haben MASSENDEFEKT mit Nachfolger Nico freundschaftlich gelöst. Kreativ wurde der Wechsel unbeschadet überstanden und die Klasse des starken Top-Ten-Vorgängers „Pazifik“ mindestens gehalten. Die Düsseldorfer Punkrocker loten die Grenzen ihres Genres noch weiter als bisher eh schon aus und schaffen damit ein enorm abwechslungsreiches Album mit etlichen Hits. Neben stilistischen Nummer-sicher-Songs wie den zwingenden Singalong-Hymnen ´Autopiloten´, ´Schiffbruch´ und ´Spuck in die Luft´ (feat. Henning Wehland) sowie der hypermelodisch-rasenden Fat-Wreck-Bewerbung ´Totes Land´ (DüsiCore statt CaliCore?) gibt es zahlreiche gelungene Experimente. Dazu zählen u.a. die mit elektronischen Soundscapes und viel Dynamik arbeitende zweite Single ´Letzte Worte´, das sowohl mit einem fetten Metal-Downbreak als auch mit Rapper Ferris MC gleich in zwei Richtungen wild auskeilende ´Mehr!´ sowie einige coole Rocker im The-Hives-Stil, die ordentlich Arsch treten. Obendrein gibt es noch bemerkenswerte Texte, die ebenfalls ein großes Spektrum abdecken. Neben vielen engagierten Protestsongs gegen Rechts und einer Watschn für die Social-Media-Lemminge, die unreflektiert alles nachplappern, glänzen vor allem der aus der Perspektive des Alkohols geschriebene Beziehungstext von ´Freunde, dachte ich´ sowie die sarkastische Ü40-Hymne ´Neelassma´ (okay, ertappt!). Dieses Licht strahlt verdammt hell!

Autor:
Marcus Schleutermann
AMAZON EMPFEHLUNG

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos