Review

Reviews 8.0

MASSENDEFEKT

Echos

Ausgabe: RH 346

Auch wenn dem sechsten MASSENDEFEKT-Longplayer die ganz großen Gassenhauer des „Zwischen gleich und anders“-Vorgängers (u.a. ´Singend durch die Hölle´, ´Wenn es brennt´) fehlen, ist „Echos“ ein feines Album im Spannungsfeld zwischen Rock und Punk. Dafür sorgt das Quartett aus dem niederrheinischen Meerbusch mit zahllosen feinen Riffs, eingängigen Melodien und latent poppigen Refrains, und auch an den Vocals gibt´s nichts zu mäkeln. Im Gegenteil: Die beiden Gitarristen Sebi und Claus versuchen erst gar nicht, Kevin Russell, Campino oder irgendeinem anderen berühmten Genre-Kollegen nachzueifern, sondern pflegen einen eigenen Gesangsstil. Aber auch ansonsten stechen MASSENDEFEKT mit Nummern wie der schmissigen Ouvertüre ´Mauern´, den flotten ´Echo´, ´Neue Helden´ und ´Besser als die anderen´ oder auch der nachdenklichen Midtempo-Hymne ´Alles was bleibt´ aus der großen Masse der Deutschrock/Deutschpunk-Releases der letzten Zeit locker hervor. Da lässt es sich verschmerzen, dass sich die Jungs für ´Nichts wird sich ändern´ die Textzeile „Solange die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht vorbei“ bei Kettcar „ausgeborgt“ haben und der einzige englischsprachige Track ´The Moment´ etwas holprig klingt.

Autor:
Buffo Schnädelbach

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