Review

Reviews 8.5
Doom Metal Hardcore

MANTAR

Pain Is Forever and This Is the End

Label: Metal Blade/Sony
Dauer: 41:21
Erscheinungsdatum: 15.07.22
Ausgabe: RH 421

Mit ihrer vierten Langspielplatte entziehen sich MANTAR endgültig jeglichem Schubladendenken. Das in Bremen verwurzelte und mittlerweile von Nuclear Blast zu Metal Blade gewechselte Zwei-Mann-Abrisskommando lediglich als extreme Krachcombo abzustempeln, greift auf „Pain Is Forever And This Is The End“ jedenfalls eindeutig zu kurz. Frontmann Hanno und Drummer Erinç scheren sich einen Dreck um mögliche Erwartungshaltungen und jonglieren derart geschickt mit Punk, Hardcore, (Black) Metal, Sludge und Classic-Rock-Einflüssen (´Grim Reaping´, ´New Age Pagan´), dass einem schwindelig werden könnte. Angesichts Hannos spürbarer Weiterentwicklung als Songwriter ist dieses kreative Selbstbewusstsein aber auch gerechtfertigt, denn die zehn neuen Songs wurden in durchweg nachvollziehbare, in sich schlüssige Formen gegossen. So hält „Pain Is Forever...“ gekonnt die Waage zwischen brachialer Zerstörungswut (´Egoisto´!) und dichter Atmosphäre im Breitwandformat (´Odysseus´!) und hat oftmals echtes Underground-Hitpotenzial zu bieten (´Hang ´Em Low (So The Rats Can Get ´Em)´). Für inhaltlichen Tiefgang sorgt hingegen eine stets präsente emotionale Dringlichkeit, die die schmerzhafte Entstehungsgeschichte der Scheibe in all ihrer destruktiven Direktheit einfängt und dabei auch noch mit den Konsequenzen von scheinheiliger Pseudo-Spiritualität abrechnet. Feuersturm war gestern!

Autor:
Simon Bauer

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