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MANOWAR

Kings Of Metal MMXIV - Silver Edition

Ausgabe: RH 323

Magic Circle/Alive (89:58)

»Das neue MANOWAR-Album „Kings Of Metal MMXIV“ ist „fantastisch“ und „kicks ass“, sagen Fans.« So beginnt das CD-Info zu dieser Neueinspielung, dicht gefolgt von: »„Alle Tracks sind fantastisch“, schrieb Facebook-User Zengoi, andere User kommentierten schlichtweg „Epic!“.« Schon da muss man ja wieder diabolisch vor sich hinkichern und freut sich beinahe ein wenig auf die musikalischen Katastrophen, die da folgen mögen, aber irgendwie reicht´s am Ende nicht für einen richtigen Verriss. Klar, der Release dieser Platte ist so überflüssig wie ein Kropf, Eric Adams singt nun mal einfach nicht mehr mit der Power und Stringenz von früher (was bereits der Opener (!) ´Hail And Kill´ klarmacht), Karl Logan spielt hinter Joey DeMaio eh nur die zweite, ähem, Geige (und dudelt im Vergleich zu Ross The Boss deutlich seelenloser), und ob Donnie Hamzik tatsächlich Donnie Hamzik und nicht doch eher Angelo Sasso, der alte Tausendsassa, ist, darf man zumindest unter kritischeren Konsumenten fragend in die Runde werfen. Dazu kommen diverse modifizierte Texte (in ´Blood Of The Kings´ besingt man jetzt quasi jedes Land der Welt; es fehlt nur Absurdistan) und ein paar veränderte Arrangements, die indes genauso selbstzweckhaft und unsinnig wirken wie die neue, überhaupt nicht funktionierende Songreihenfolge (´Wheels Of Fire´ am Ende?).
ABER: Von den Intermezzi ´The Sting Of The Bumblebee´ und ´A Warrior´s Prayer´ (früher: ´The Warriors Prayer´), die ja schon immer kontrovers diskutiert wurden, abgesehen, stehen hier nun mal NUR absolute Klassiker auf der Agenda, die trotz der erwähnten Verschlimmbesserungen nach wie vor funktionieren und zumindest zeigen, welch großartige Songwriter MANOWAR vor gut 25 Jahren waren. Und ´Heart Of Steel´ sowie ´The Crown And The Ring´, pardon, ´The Crown And THY Ring´ (als ob das dasselbe wäre) sorgen tatsächlich nach wie vor für nicht wegzudiskutierende Gänsehaut.
Ach so: Das Ding heißt übrigens „Silver Edition“, weil sich neben zwei alternativen Takes von ´The Crown And Thy Ring´ und ´Heart Of Steel´ hier auf ´ner zweiten CD auch noch sieben Instrumental-Versionen finden, die aber natürlich kein Mensch braucht.
Ach so, Part II: Das „Kings Of Metal“-Original kostet bei einem großen Online-Versandhändler momentan 4,99 Euro.

Autor:
Boris Kaiser
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