Review

Reviews 8.0

MAJESTY

Thunder Rider

Ausgabe: RH 308

PLUSMINUS:

NoiseArt/Edel (53:16)

MAJESTY sind wieder da. Wird ja auch langsam Zeit, denn wenn man von der „Metalforce“-Platte absieht, die Mainman und Sänger Tarek „MS“ Maghary mit seiner gleichnamigen Interimsband vor einigen Jahren in die Ladenregale gewuchtet hat, dann ist „Thunder Rider“ die erste „echte“ MAJESTY-Veröffentlichung seit über sechs Jahren. Geändert hat sich seit der 2006er Langrille „Hellforces“ freilich wenig: Tarek & Co. spielen nach wie vor gradlinigen Helden-Metal in der Tradition von Manowar und Konsorten. Im Grunde ist die Sache ganz einfach: Wer die gängigen True-Metal-Klischees zum Kotzen findet, wird auch dem epischen Schlachten-Metal von MAJESTY wenig bis nichts abgewinnen können, und wer bereit ist, über jene Klischees augenzwinkernd hinwegzusehen (oder sie sogar gut findet), bekommt mit „Thunder Rider“ eine Zehn-Track-Vollbedienung, von der sich die großen Vorbilder Manowar in Bezug auf ihre aktuellen Veröffentlichungen gerne ein Scheibchen abschneiden dürfen.

Jens Peters 
8

Heavy Metal ist mehr, als einfach nur ein paar Melodien (hin und wieder) mit einer flotten Doublebass oder ein paar E-Gitarren zu unterlegen. Gerade letztere wollen leidenschaftlich gerifft und mit Hingabe soliert werden. Sie sollen das i-Tüpfelchen, die Sahnehaube auf Songs sein, die dich entweder an den Eiern packen und dir ins Gesicht schreien, wie wütend, angepisst und energiegeladen ihre Interpreten sind, oder wahlweise, wie lässig man dem (nicht nur musikalischen) Establishment einen saftigen Gelbgrünen vor die Füße rotzt, sofern sich eine Band für die rock´n´rolligere Variante entscheidet. Von all dem gibt´s auf „Thunder Rider“ genau nullkommanullgarnichts! Und was gibt´s stattdessen? Jede Menge analysierte, sezierte und wieder aufgewärmte Manowar-Tracks aus deren nicht ganz so beschissenen Zeiten, die allerdings kaum mittelmäßiger hätten vorgetragen werden können. Wenn man sich dann noch mit ein bisschen Fantasie (und davon braucht´s z.B. im Falle des Openers und Titeltracks ´Thunder Rider´ nicht sonderlich viel) die E-Gitarren einfach mal wegdenkt und sie im geistigen Gehör durch ein paar billige Keyboard-Streicher und Akustikgitarren ersetzt, fehlt eigentlich nur noch ein aus dem Sendestudio Berlin grüßender Dieter Thomas Heck, der seine Zuschauer zur neuesten Ausgabe der ZDF-Hitparade willkommen heißt.

Andreas Himmelstein 
5

Autor:
Andreas Himmelstein
Jens Peters
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