Review

Reviews 8.0

MAGNUM

Sacred Blood Divine Lies

Ausgabe: RH 346

„Sacred Blood Divine Lies“ nimmt mit dem Titelsong, der MILF- und GILF-Hymne ´Crazy Old Mothers´ (oh je, das gibt wieder Leserbriefe...), dem „kommerziellen“ ´Gypsy Queen´ und dem unscheinbaren ´Princess In Rags (The Cult)´ relativ schwer Fahrt auf, und man hat dementsprechend lange den Eindruck, dass die Platte nicht wirklich an den bockstarken 2014er Vorgänger „Escape From The Shadow Garden“ anknüpfen kann, danach zeigen sich die Engländer aber hochkonzentriert und erlauben sich quasi keine Schwächen mehr: ´Quiet Rhapsody´ und ´Don´t Cry Baby´ evozieren mit wunderbar unaufdringlichen Melodien (und im Falle des ersten Songs mit einem fantastischen „singenden“ Riff) „Wings Of Heaven“-Zeiten (der 1988er Dreher ist zusammen mit „On A Storyteller´s Night“ eh nach wie vor das Diskografie-Highlight), ´A Forgotten Conversation´ und ´Twelve Men Wise And Just´ sind komprimiertes „Best of MAGNUM“ - und ´Your Dreams Won´t Die´ sowie ´Afraid Of The Night´ (mit urbritischem Neoprog-Touch!) epische, im besten Sinne emotionale Bombast-Anker, die von der sehr live klingenden Produktion (erneut) vor dem Abstürzen ins allzu Kitschige, gar Schlagerhafte bewahrt werden. Das wird „MAGNUM sind mir komplett schnuppe!“-Barbaren zwar auch nicht mehr von der Band überzeugen, beschert der immer noch großen Fanschar aber einen weiteren Sinn stiftenden Release für die Sammlung, den sie nicht im Regal stehen lassen sollte. Oder anders gesagt: eine sichere Bank in unsicheren Zeiten.

Autor:
Boris Kaiser
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