Review

Reviews 9.0

MACHINE HEAD

The Blackening

Ausgabe: RH 239

(61:09)

Im MACHINE HEAD-Lager gab es sicherlich den Gedanken, „The Blackening“ nach den bewährten Erfolgsmustern des spektakulären Debüts „Burn My Eyes“ oder der erfolgreichen Comeback-Scheibe „Through The Ashes Of Empires“ zu gestalten. Im Endeffekt ist das sechste Album der Bay-Area-Ikonen jedoch ein brachial-bombastisches Progressive-Thrash-Epos geworden, das trotz seiner detailverliebten Komplexität und zahlreicher Songs mit Überlänge nie seine mitreißende Wucht einbüßt. Wenn langatmige Momente drohen, überrascht das mehr als je zuvor in traditionellen Harmonie-Duellen schwelgende Gitarrenduo Flynn/Demmel mit markanten Solo-Einlagen und abrupten Tempowechseln. Das schon zu Vio-lence-Zeiten vereinte Klampfengespann kokettiert mit der poppigen Epik von Queen, dem eigenwilligen Stil von Mercyful Fate, dem charismatisch-derben Spiel namhafter Bay-Area-Kollegen und der heroischen Dynamik gewaltiger Rush-Kompositionen. Dennoch verlieren MACHINE HEAD nie den roten Faden. Die typischen fett groovenden Riffs, der zwischen Zerbrechlichkeit und blindem Hass pendelnde Gesang von Robert, die besinnlichen Akustik-Momente sowie die düster-bedrohlichen Soundbögen sind allgegenwärtig und führen den überwältigten Hörer nach minutenlangen Trips durch monströse Thrash-Eruptionen stets zurück in den heimischen Hafen vertrauter Klänge.

Im ersten Moment liegen die acht Mammut-Nummern schwer verdaulich im Magen, doch nach mehreren Durchgängen zeigt sich, was „The Blackening“ - gewollt oder nicht - wirklich ist: eine mitreißende, nie um erzählerische Breite verlegene Reise durch die Geschichte des Quartetts und seiner prägenden musikalischen Einflüsse.

Autor:
Conny Schiffbauer

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