Review

Reviews 9.0

MACABRE

Grim Scary Tales

Ausgabe: RH 286

Hammerheart (45:48)

Acht Jahre nach dem fulminanten „Murder Metal" sind die Illinois-Veteranen tatsächlich noch mal in den Ring gestiegen. Und sie haben einen ganzen Haufen gruseliger Geschichten mitgebracht, wie der Albumtitel unschwer verrät. Corporate Death windet sich wie ein heiserer, von Irrsinn geplagter Tarantelgroßhändler durchs Dickicht der Sagen- und Märchenwelt des Abendlandes. Wie er schreit, durchtrieben flüstert und grandiosen Bariton schmettert, macht ihm definitiv keiner nach. Die stimmliche Vielfalt ist angebracht, denn musikalisch legen MACABRE ihr buntestes Album ever vor. Von druckvollen, richtig auf den Hodensack zielenden „Dahmer"-Nummern über straightes Deathpunk-Schunkel-Liedgut bis zu lupenreinen Akustik-Nummern findet man alles. Dennis zertrümmert seine Schießbude in altbekannter Maniac-Manier, ein echter Teufelsbreaker. MACABRE haben das, was den meisten Bands heute leider abhanden gekommen ist: Wiedererkennungswert. Hinter der Fassade aus Wahnsinn und obskurem Klamauk (den nur Ignoranten als lustig abtun) verbirgt sich eine hochmusikalische Band, die mühelos den Spagat zwischen zig Genres schafft, ohne sich auch nur im Entferntesten anzubiedern. Anspieltipp: alles.

Autor:
Volkmar Weber
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