Review

Reviews 5.0

LOUDNESS

Rise To Glory

Ausgabe: RH 369

Earmusic/Edel (61:36/68:49)

PLUS-MINUS

Halbherzigkeiten sind ihre Sache nicht: LOUDNESS, die japanische Metal-Institution, die seit Beginn der Achtziger immer irgendwie da und trotz mancher Platten, die nur als Import erhältlich waren, nie richtig weg war, veröffentlicht mit „Rise To Glory“ ihr mittlerweile 26. (!) Studioalbum und hat dem Dreher mit „Samsara Flight“ gleich noch eine Bonus-CD mit 13 mehr oder weniger überzeugend neu eingespielten Klassikern beigelegt. Das ist durchaus selbstbewusst, in diesem Fall aber auch wenig durchdacht, denn natürlich wird jeder Fan umgehend den direkten Vergleich des aktuellen Materials mit Gassenhauern wie ´Road Racer´ (yeah!), ´Devil Soldier´ (yeah yeah!) oder ´Black Wall´ (ihr ahnt es: yeah yeah yeah!) anstellen, und da kann das Quartett einfach nur verlieren. Zumal „Rise To Glory“ größtenteils biedere Songwriting-Kost auffährt, das früher rasende Spiel von Gitarrenvirtuose Akira Takasaki merkwürdig schaumgebremst klingt und auch der Gesang von Fronter Minoru Niihara arg schwachbrüstig aus den Boxen tröpfelt. Auch wenn es hart klingt: 2018 sind LOUDNESS eine Band unter vielen, die ihren ehemaligen Exotenstatus langsam, aber sicher herunterwirtschaftet. Den Jubelarien des Label-Flyers („Aufbauende Lieder in Zeiten des Aufruhrs“) kann ich mich jedenfalls auch nach mehrmaligem Durchlauf nicht anschließen.
Thomas Kupfer
5

Zugegeben, „Rise To Glory“ ist sicher keine LOUDNESS-Sternstunde wie ihr ´84er Meilenstein „Disillusion“ oder das auch in den USA sehr erfolgreiche „Thunder In The East“ aus dem Folgejahr. Dennoch muss ich dem geschätzten Kollegen Kupfer widersprechen. Trotz einiger Schwächen - vor allem die Produktion könnte, nein: müsste mehr Bums haben - ist das 27. Studioalbum von Japans erfolgreichstem Heavy-Metal-Export kein Rohrkrepierer wie viele Scheiben aus den neunziger und nuller Jahren, als sich das Kleeblatt von diversen Trends kirre machen ließ. Mit der flotten Hymne ´Soul On Fire´, dem latent Accept-artigen ´Go For Broke´ oder der von Black Sabbath beeinflussten Ballade ´Rain´ hat der Vierer aus Osaka einige gelungene Nummern am Start, und auf besagter Bonus-CD finden sich für meinen Geschmack erst recht keine Ausfälle. Außerdem hege ich seit jeher ein Faible für Minorus zugebenermaßen mitunter etwas cheesigen Gesang und sein „exotisches“ Englisch. Und die virtuose Gitarrenarbeit von Akira-san war, ist und bleibt über alle Zweifel erhaben.
Buffo
7,5

Autor:
Thomas Kupfer
Buffo Schnädelbach
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