Review

Reviews 7.5

LOUDBLAST

Burial Ground

Ausgabe: RH 325

Listenable/Soulfood (44:04)
Außerhalb ihrer Heimat waren die Franzosen von LOUDBLAST nie mehr als ein Insidertipp. Woran das liegt und ob sie nicht mehr Beachtung verdient hätten? Ich weiß es nicht. Schlecht waren LOUDBLAST nie, und besonders in den Neunzigern haben sie einige bemerkenswerte Scheiben abgeliefert. Was sie nie hatten, war so was wie ein Image. Sie haben erst gar nicht versucht, die bösen Buben zu spielen, sondern sich so gegeben, wie sie nun mal sind: die netten, hart arbeitenden Leute von nebenan. Auf ihrem neuesten Output „Burial Ground“ versuchen LOUDBLAST nun, ihre musikalischen Wurzeln mit den Sounds der Neuzeit zu verbinden - und wirken dabei keinesfalls anbiedernd. LOUDBLAST waren nie Vertreter der reinen deathmetallischen Lehre; sie hatten stets einen hohen technischen Anspruch und waren offen für neue Ideen. Und so steht auf „Burial Ground“ rüpeliger Death Metal (´Darkness Will Abide´, ´Abstract God´) neben komplexen Klangkaskaden wie ´The Void´ oder ´The Path´, bei denen LOUDBLAST offenbar ihre Hochachtung vor den Werken ihrer Landsleute von Gojira ausdrücken. Auch die übrigen Songs sind facettenreich und keine Stangenware, kommen aber nicht immer so gut auf den Punkt wie das melodische Album-Highlight ´FDB´. Gut, aber nicht überragend.

3 Fragen an LOUDBLAST-Gitarrist Drakhian:

„Burial Ground“ klingt, als wenn es euer Ziel gewesen wäre, die musikalischen Wurzeln von LOUDBLAST mit aktuellen Einflüssen zu kombinieren und der Band somit ein zeitgemäßes Gesicht zu geben. Würdest du dem zustimmen?

»Unser Line-up ist seit 2009 stabil, und seitdem sind auch sämtliche Bandmitglieder in den Songwriting-Prozess involviert. Ich denke, dass diesmal speziell der Input von unserem Drummer Alex und mir deutlich zu erkennen ist. Wir haben den dezenten Black-Metal-Touch eingebracht, und es ist unser Anliegen, den LOUDBLAST-Sound zu modernisieren. Wir suchen aber nicht nach einem Rezept, mit dem wir um jeden Preis jede nur erdenkliche Zielgruppe ansprechen können. In erster Linie geht´s immer noch darum, Songs zu schreiben, die uns selbst gefallen. Wir versuchen grundsätzlich, uns von Album zu Album zu steigern, und unser größter Wunsch ist es, diesmal auch außerhalb von Frankreich mehr Aufmerksamkeit zu erregen.«

Technischer Death Metal ist in letzter Zeit wieder populärer geworden. Welche neuen Bands aus diesem Sektor haben euch beeindruckt? Oder verfolgt ihr die Entwicklungen der Szene nicht mehr so genau?

»Wir hören natürlich nach wie vor viel Metal und sind sehr neugierig, was die Szene zu bieten hat. Ich moderiere seit drei Jahren eine Fernsehshow, in der sich alles um Heavy Metal dreht. Insofern ist es wichtig für mich, zu wissen, was die jungen Acts liefern. Ich mag neue Bands wie Gorod oder Obscura genauso wie etablierte Combos wie Cynic oder Nocturnus.«

Denkst du, dass LOUDBLAST erfolgreicher gewesen wären, wenn die Band von Anfang an ein besonderes Image wie z.B. Deicide oder Morbid Angel gehabt hätte?

»Das ist eine hypothetische Frage, die ich nicht beantworten kann. Integrität ist nach wie vor das Wichtigste. Alles andere fügt sich hoffentlich von selbst.« (fa)

Autor:
Frank Albrecht
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