Review

Reviews 8.0

LINDEMANN

Skills In Pills

Ausgabe: RH 338

Warner (44:49)
Während Rammstein pausieren, vergnügt sich Sänger Till Lindemann mit Pain- und Hypocrisy-Frontmann Peter Tägtgren beim gemeinsam inszenierten Soloprojekt LINDEMANN. Die Kombination passt, denn die beiden zischen nicht nur gelegentlich gerne mal gemeinsam das eine oder andere Becherchen mit promillehaltigem Inhalt (siehe Story zum Album), sondern verstehen sich auch musikalisch bestens. Das Erstgeborene des deutsch-schwedischen Duos hört auf den Namen „Skills In Pills" und klingt - wenig überraschend - wie eine Mischung aus Pain und Rammstein. Dabei spannen Tägtmann und Lindegren den atmosphärischen Bogen genauso weit wie bei Tills Hauptband, sprich: hartes Stakkato-Riffing und düstere Industrial-Sounds finden ebenso statt wie epische Melodien und nachdenkliche Akustik-Passagen. Seine stärksten Momente hat das ambitionierte Debüt tatsächlich in den ausgebremsten Parts, wenn Till z.B. das schöne und verstörend bittere ´Home Sweet Home´ singt oder das balladeske ´Yukon´ anstimmt. Aber auch der elektronisch angehauchte Uptempo-Ohrwurm ´Skills In Pills´, das dunkle ´Ladyboy´ und das eingängige ´Fish On´ machen Spaß, wenn man mit den genannten Referenz-Bands etwas anfangen kann. Die lyrischen Höhepunkte der Platte sind das markerschütternde ´Home Sweet Home´, das augenzwinkernde ´Cowboy´ und das herrlich überzogene Duo ´Fat´ und ´Golden Shower´, wenngleich LINDEMANNs Texte auf Englisch nicht so direkt wirken wie auf Deutsch.

Autor:
Conny Schiffbauer
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