Review

Reviews 8.5

KNORKATOR

The Schlechtst Of

Ausgabe: RH 133

Vergeßt bitte alles, was ihr bislang unter "Humor" verstanden habt, denn die Berliner KNORKATOR passen nicht ins Bild - egal ob dieses von Hohlblödelei, Politik-Satire, pietätlosen Witzen oder Comedy gekennzeichnet ist. Texte wie "Als mir Job und Wohnung dann gekündigt wurden/ zog ich zu den Pennern in die U-Bahnschächte/ dort begann ich meine Scheiße zu dressieren/ Purzelbäume, Formationen durch den Reifen/ das war eine Sensation, ich ging zum Zirkus/ Jubel, ausverkaufte Häuser, hohe Gagen/ heute bin ich reich und habe 20 Häuser/ nur mit Frauen klappt es nicht mehr so wie früher" (aus 'Mich verfolgt meine eigene Scheiße') oder "Seitdem sieht man auf jedem Autoheck/ so ein Schild, wo ein Schwanz für Kinder draufsteht/ aus dem Radio kommt laufend Schwanzilein/ und man sagt Schwanz ist Trumpf beim Skatverein/ es gibt eine Zeitschrift Frau mit Schwanz/ und im Fernsehen hat Schwanzblatt viel Erfolg" (aus 'Schwanzlich Willkommen') zeigen deutlich, weshalb A&Rs von Majorlabels pikiert auf ein Vertragsangebot verzichteten, obwohl sie bei einem Gig in Berlin verblüfft das Ausrasten von 800 (!) Fans beobachteten. Denn diese Texte sind deftig und heftig. Genau wie die Musik: KNORKATOR (angeblich eine Musiker-Lieblingsband von Rammstein bis Puhdys) knallen uns hochmodernen, kräftigen Electro-Metal (eigenen Worten zufolge, ähem, "Industrie-Metall") im Stile von Oomph! und Rammstein um die Löffel und kokettieren zudem mit dark-waviger Qntal-Melancholie. So verströmt 'Der Weg nach unten' jede Menge traurige Melodien und Gesänge, die selbst waschechte Dark-Waver nicht so intensiv hinbekommen, obwohl die Lyrics die Verarsche pur sind. Das näxte große Ding aus der Hauptstadt!

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann
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