Review

Reviews 8.0

KAMELOT

The Fourth Legacy

Ausgabe: RH 153

Rund fünf Jahre ist es her. Hammerfall waren noch Quark im Schälchen. Mitten in der Hochphase von Alternative-Rock, Crossover-Toughness und Modern Metal-Zeitenwende landete plötzlich eine Scheibe von der Westküste Floridas in unseren Abspielgeräten, die auf US-Metal-Freaks wie ein Schluck Wasser in der Wüste Gobi wirkte: KAMELOTs Debüt "Eternity", das unter anderem Erinnerungen an die längst heilig gesprochenen Tampa Bay Area-Nachbarn Crimson Glory aufkommen ließ. Vom Nostalgie-Boom der jüngsten Zeit haben die Jungs um Bandleader Thomas Youngblood mit ihren bisher drei erschienenen Alben kommerziell zwar kaum profitieren können, und zudem ging ihr überstürzter Versuch, auf dem überfüllten deutschen Konzertmarkt mit einer Headlinertour einzusteigen, 1998 besuchertechnisch mächtig in die Hose. Rein musikalisch zeigt sich der ausgeruhte Vierer im Frühjahr 2000 jedoch wie gewohnt von seiner Schokoladenseite: "The Fourth Legacy" - das zweite Scheibchen mit Ex-Conception-Goldkehle Roy Khan - liefert gekonnt ausgefeilten, abwechslungsreichen Epic/Melodic Metal-Stoff der Güteklasse A, der vor allem Fans der "älteren" Queensryche begeistern dürfte ('Silent Goddess', 'Alexandria' 'The Inquisitor', 'Lunar Sanctum'). Aber auch Freunde von Helloween ('The Fourth Legacy'), Pell ('The Shadow Of Uther'), Riot und Stratovarius ('Until Kingdom Come') oder zart schmelzenden Slow-Songs ('A Sailorman's Hymn') sollten "Eternity" nicht im Regal verschimmeln lassen. KAMELOT schnitzen zwar keine auffallend neuen Kerben in den Deckel ihrer Schublade, aber sie interpretieren ihre Einflüsse jederzeit mit Stil.

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