Review

Reviews 7.5

KAMELOT

Haven

Ausgabe: RH 336

Napalm/Universal (54:02)
KAMELOT gehörten mit ihrem düsteren Power Metal lange Jahre zu den Aushängeschildern der härteren Bombast-Szene. Dann ging Sänger Roy Khan, und obwohl sein Nachfolger Tommy Karevik technisch nicht schlechter aufgestellt ist, hat die Band etwas von ihrer Magie verloren. Vielleicht liegt es an Kareviks Stimmfärbung, die keinen Gänsehautgrusel verbreitet, sondern eher für edle Pomp-Epik gemacht ist, vielleicht aber auch daran, dass Mastermind Thom Youngblood die Songs bei aller Ornamentik und Soundtrack-Dynamik stromlinienförmiger gestaltet - nach „Silverthorn" entfernen sich KAMELOT auf „Haven" noch weiter von ihrem Trademark-Sound. In den besten Momenten klingt das Album nach Symphony X, Star One und späten Savatage, in den schwächeren nach massenkompatibel vertonter Gefühlsduselei mit Melodien, die niemandem wehtun, und einem Schlagzeug, das seelenlos vor sich hintuckert. Nichts gegen polierten Kitsch, aber während eine Band wie The Gentle Storm wirklich zu berühren weiß, dringt „Haven" nie bis in die Tiefe der Seele vor. Im Vergleich zu anderen symphonischen Metal-Platten ist hier noch vieles wirklich Gold, was glänzt, und die Gastbeiträge von Troy Donockley (Nightwish), Alissa White-Gluz (Arch Enemy) und Charlotte Wessels (Delain) haben Charme, aber dass Youngblood & Co. deutlich mehr können, haben sie in der Vergangenheit oft genug bewiesen.

Autor:
Michael Rensen
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