Review

Reviews 8.5
Classic Rock Doom Metal

KADAVAR

For The Dead Travel Fast

Label: Nuclear Blast/Warner
Dauer: 45:19
Erscheinungsdatum: 20.09.2019
Ausgabe: RH 389

Es kommt nicht oft vor, dass ich nach der Erst-Anhörung eines Albums im Studio einer Band etwas sprachlos bin, aber diesmal war es tatsächlich so weit. „For The Dead Travel Fast“ benötigt ein paar Durchläufe, nicht etwa, weil sich die drei Großstadt-Gringos plötzlich dem Progrock zugewandt haben, sondern weil die Strukturen der Songs im Detail überraschend abwechslungsreich gestaltet sind. Eben nicht das klassische Strophe/Refrain/Solo-Muster, das sich auch für KADAVAR nach vier Alben und zahlreichen Songs so langsam überlebt hat. Bereits das episch anmutende Anfangs-Doppelpack ´The End/The Devil´s Master´ (sicher ein kommender Kult-Song des Trios...) spielt mit Dynamik, Tempi und cleveren Breakdowns, ohne die bandeigene Brachialität vermissen zu lassen. Denn die Produktion ist gewohnt unperfekt, roh und satt. Die ideale Spielwiese, um ohne kommerziellen Druck abzurocken, was die Band mit ´Evil Forces´ auch tut, ehe ´Children Of The Night´ wieder eine knisternde Spannung aufbaut, die sich als trockener Seventies-Hardrock im Alice-Cooper-Stil entlädt. Da kommt das süßlich-folkige ´Dancing With The Dead´ gerade recht, denn mit dem psychedelisch schweren ´Poison´ gibt es wieder auf die Zwölf. ´Demons In My Mind´ versprüht ein geschmackvolles Hawkwind-meets-Post-Punk-Flair. Das zärtliche ´Saturnales´ leitet den ´Long Forgotten Song´ ein. Der gut gemeinte Doom-Longtrack wirkt ein bisschen wie ein Fremdkörper auf dem Album und kann nach wie vor nicht packen. Der Rest - vom Artwork bis zum leicht „spukigen“ Seventies-Flair - ist allerdings erneut ein starkes Stück Deutschland, wie es so schön heißt.

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