Review

Reviews 8.0

JUDAS PRIEST

Redeemer Of Souls

Ausgabe: RH 327

BONUSBOMBE

Sony (61:58)
Nein, das furchtbare Schäbi-Cover wird „Redeemer Of Souls“ nicht gerecht, und es sind auch die „offensichtlichen“, allzu bemühten Dicke-Hose-Tracks,  die man im Falle der neuen JUDAS PRIEST-Platte am besten sofort von der Festplatte wirft (von der CD kriegt man sie ja nicht runter): Der Wikinger-Schmonzes ´Halls Of Valhalla´ klingt bemüht und verpufft auf halber Strecke, der ´Metalizer´ hat die Power von ´ner Oma (und tönt sowieso eher nach ´Hell Patrol´ als nach ´Painkiller´), und der Titeltrack mag zwar erst mal effektiv erscheinen, nervt aber bereits beim dritten Hören mit seiner Banalität (was natürlich NICHT dasselbe wie Einfachheit ist). Wenn Priest im Songwriting weniger kalkuliert vorgehen, also mehr wagen (und das ist heutzutage schlicht nötig, denn der Metal-Gott präsentiert sich nun mal nur noch als gut und nicht mehr als brillant, und Tipton/Faulkner harmonieren prima, aber es sind eben Tipton/Faulkner und nicht Tipton/Downing), entdeckt man dagegen eine größere Anzahl Perlen: ´Sword Of Damocles´ und ´Cold Blooded´ (wirklich emotional!) leben von ihren Tempowechseln und sinnvollen Arrangements, ´Crossfire´ bedient sich mit seiner bluesigen, ja: proto-metallischen Schlagseite bei den ganz frühen Alben der Band, der Hit ´Down In Flames´ eher bei den Meilensteinen zwischen ´78 und ´82, ´Beginning Of The End´ ist eine lupenreine Ballade (´Before The Dawn´, anyone?), und der Hardrocker ´March Of The Damned´ hat ein bisschen was von Ozzy solo (ca. „No Rest For The Wicked“). Die vier restlichen Songs (die fünf Bonusstücke lagen uns noch nicht vor) tönen straighter, aber auch hier ist die Trefferquote ordentlich (doof: ´Hell & Back´; eher so mittel: ´Secrets Of The Dead´; cool: ´Dragonaut´ und ´Battle Cry´).
Ein Wort noch zur Produktion: Zwar mussten wir für diese Rezension auf einen Stream zurückgreifen (weshalb ihr die Platte auch nicht im Soundcheck findet), aber klar ist: Die Billigheimer-Zeiten von „Nostradamus“ sind vorbei. „Redeemer Of Souls“ erinnert zwar keineswegs an Millionen-Budgets, klingt mit seinen offenen, „gläsernen“ Gitarren dafür aber deutlich geschmackvoller und - ja, auch das! - „echter“ als sein Vorgänger.
Ein Meilenstein? Nein. Aber ein gutes Priest-Album.

Autor:
Boris Kaiser

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