Review

Reviews 8.5

JON OLIVA´S PAIN

´Tage Mahal

Ausgabe: RH 210

(62:37)

Wer Breuschls Oliva-Interview im vorliegenden Heft gelesen hat, weiß, was ihn bei „´Tage Mahal“ erwartet: ein reinrassiges, hartes, kompromissloses Old-School-Savatage-Album, das den zu Recht kritisierten Vorgänger „Poets & Madmen“ (den selbst Jon als „Desaster“ bezeichnet) deutlich in den Schatten stellt. Das liegt zunächst mal an Meister Oliva selbst, der wieder kräftiger und dreckiger singt als zuletzt, obwohl er seine charakteristischen hohen Schreie nur noch ganz selten (z.B. in ´No Escape´, das an selige „Dungeons...“-Zeiten erinnert) einsetzt. Macht aber nix, weil das Ergebnis auch so nach ECHTEN Savatage und manchmal sogar nach Doctor Butcher klingt. In ´People Say - Gimme Some Hell´ winkt Jon mit dem Zaunpfahl, indem er einen Savatage-Songtitel an den nächsten reiht, während er in orchestraleren Nummern wie ´Father, Son, Holy Ghost´ oder ´The Dark´ an die legendäre „Streets“-Phase anknüpft. Erfreulicherweise klingt „´Tage Mahal“ selbst in leiseren Momenten (´Walk Alone´) nie zu glatt poliert oder überfrachtet, sondern immer lebendig, spontan und authentisch. Hier war der echte, vor Charisma sprühende Jon Oliva, den jeder Metalhead liebt und dem auch Zak Stevens nie das Wasser reichen konnte, am Werk - und nicht der „liebe Knuddelbär“, dessen Hauptaufgabe es war, nett hinterm Piano hervorzulächeln. Raise some hell again, motherfucker!

Autor:
Götz Kühnemund
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