Review

Reviews 8.0

JARED JAMES NICHOLS

Old Glory And The Wild Revival

Ausgabe: RH 336

Listenable/Edel (58:25)
Wer mit Southern-, Heavy- und Bluesrock Schwierigkeiten hat und um Protagonisten wie Lynyrd Skynyrd, ZZ Top, Leslie West, Robin Trower und Tinsley Ellis einen großen Bogen macht, sollte das bei „Old Glory And The Wild Revival" auch tun. Allen anderen empfehle ich diese starke Scheibe des mir bis dato völlig unbekannten Gitarristen JARED JAMES NICHOLS. Der junge Mann beruft sich musikalisch auf erstklassige Referenzen, geht aber in der Konsequenz wesentlich explosiver zur Sache und entwickelt trotz aller Bezugnahme auf seine Einflüsse ein hohes Maß an Eigenständigkeit. Nichols bringt die Saiten schwer zum Qualmen, das ist extrem unterhaltsam und hat Klasse, aber zum Glück besitzt er ein gutes Gespür für die richtige Dosierung, so dass das Ganze nicht zu einer technischen Nabelschau mutiert. Die Gitarrensalven sind prima eingebettet in stimmige und zupackende Kompositionen. Der US-Amerikaner, der auch als Sänger top ist, hält ein extrem hohes Niveau, und ihm geht auch zum Ende der Scheibe hin nicht die songschreiberische Puste aus. Und trotz des hohen Rock´n´Roll-Faktors: Auch in ruhigerem Fahrwasser kann er bestehen, und es wird nicht kitschig-unangenehm. Neben elf eigenen Songs bietet die Platte mit ´Come On In My Kitchen´ eine mehr als anständige Robert-Johnson-Coverversion und als Bonus noch zwei Tracks der „Live At The Viper Room"-EP.

Autor:
Stefan Geide
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