Review

Reviews 6.0

J.B.O.

11

Ausgabe: RH 350

AFM/Soulfood (45:22)
J.B.O. haben lange versucht, der Welt zu zeigen, dass sie mehr können, als Metal-Bierzelte zu beschallen. Mittlerweile scheinen die nicht ganz ohne eigenes Verschulden als ewige Party-Metaller abgestempelten Franken jedoch resigniert und das Streben nach anspruchsvollerer Kunst weitestgehend eingestellt zu haben. Auf „11“ besitzt nur das unverkrampft schwarzhumorige ´Panzer Dance´ wirklich frischen Charme, der Rest pendelt zwischen infantilen Nichtigkeiten und kalkulierten, tendenziell spießigen Mitgröl-Nummern. Dass J.B.O. gute Musiker sind und ein Händchen für erstklassige Arrangements haben, steht außer Frage, doch nach etwas mehr als einem Vierteljahrhundert reicht es tatsächlich nur noch zum routinierten Animieren von am besten schon deutlich angetrunkenen Festivalgängern. Und da dies den Herren auch durchaus bewusst ist, wird mit ´Wir lassen uns das Blödeln nicht verbieten´ trotzig eine halbgare Rechtfertigung für die weitestgehende Kapitulation des Geistes an den Anfang der Platte gestellt.

Autor:
Michael Rensen
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