Review

Reviews 8.0

INCANTATEM

Animus Et Anima

Ausgabe: RH 372

7hard/Membran (47:59)
Was für eine schöne Überraschung: „Animus Et Anima“ sieht mit seinem rostigen Schlachtschiff auf dem Cover ein wenig nach NDH-Nachzügler aus, tatsächlich ist dieses feine Ding aber eines der besten deutschen Folk-Metal-Alben der letzten Jahre. Während die starken, oft melancholisch-getragenen Hooklines vor allem dank der warmen Stimme von Sänger Malte gelegentlich an Schandmaul erinnern (´Mara´), können die massiven Gitarren (´Kein Zurück´, ´Stummer Schrei´) und das treibende, fette Drumming in ihrer Heaviness mit alten Subway To Sally mithalten. In seiner Mischung klingt das dann ziemlich einzigartig, wobei den Hamburgern das Kunststück gelingt, von der Ballade bis zum Trinklied das ganze Genre-Spektrum souverän abzudecken, noch nicht mal das obligatorische Seemannslied gerät zur Peinlichkeit. Das liegt an der oft ausgesprochen dunklen Atmosphäre, vor allem aber am kompositorischen Geschick und der enormen Liebe zum Detail, mit der INCANTATEM ihre Songs ausgestalten. Eine Bereicherung der Szene, bitte weiter so.

Autor:
Tobias Blum

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