Review

Reviews 9.0

HANOI ROCKS

Tracks From A Broken Dream

Ausgabe: RH 46

Unveröffentlichtes und B-Seiten-Material von einer der zu ihrer Zeit verkanntesten und Ende der Achtziger tausendfach als Einfluß genannten Bands. "Tracks From A Broken Dream" ist eine Art "Best-of"-Album der Raritäten. Michael Monroe, Andy McCoy, Nasty Suicide, Sam Yaffa und der zu früh verstorbene Razzle spielen sich mit vier Songs durch eine Tommy Vance-Session. Die dort feilgebotenen Nummern, darunter u.a. 'Boulevard Of Broken Dreams' und 'Don't Ever Leave Me' zeichnen sich im Gegensatz zu ihren Studioversionen durch mehr Heiserkeit bei Michael Monroe und aggressivere Gitarrenattitüden aus. Wirklich unverzichtbarer Stoff für Fans und Sammler sind dagegen neben den astreinen R&B-Nummern 'Oil & Gasoline' (12"-Bonus-Track) und 'Rebel On The Run' (7"-B-Seite) die sechs bisher in diesen Versionen unveröffentlichten Nummern der Compilation. 'Malibu Calypso' (wurde mal als B-Seite der "Don't Ever Leave Me"-Maxi releast) ist eine spinnerte, Cocktail-kompatible Interpretation der HANOI ROCKS-Nummer 'Malibu Beach Nightmare', 'Problem Child' liegt irgendwo zwischen 'Problems' von den Sex Pistols, AC/DCsgleichnamigem Song und einer fiktiven Iggy-Nummer. Mit 'Do The Duck' und 'I Love You' wandelt die erste aller Neuposer-Bands auf humoristischen Lalala-Pfaden. 'Willing To Cross The Ocean' und 'It's Too Late' - die beiden übrigen Erstveröffentlichungen - sind von weniger leichter, eher düster-bluesiger Handschrift. Letzterer Song könnte als Farewell fürRazzle verstanden sein. Dieser Rare-Track-Sampler leistet als Einstiegsdroge für künftige Fans gute Dienste. Für Altfans und eingeschworene Sleazer hat er außer dem Sammlerbonuseffekt noch die Funktion einer kongenialen Erinnerung an die "gute alte naive Zeit" des frühen '80er-Rock'n'Rolls. Neun Punkte plus!

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