Review

Reviews 9.0
Classic Rock Hard Rock

HÄLLAS

Conundrum

Label: RMV Grammofon
Dauer: 43:51
Erscheinungsdatum: 31.01.20
Ausgabe: RH 393

Adventure Rock. Ein Musikjournalist, der was auf sich hält, vermeidet in der Regel jene Wortkreationen, die Plattenmanager, Promomenschen und auch manche Musiker ersinnen, um ein neues Album aus dem Wust der Releases in das Bewusstsein des Rezensenten zu heben. Je länger ich jedoch darüber nachdenke, mit welchen Worten dieses großartige zweite Vollalbum von HÄLLAS angemessen zu würdigen wäre, je mehr wird mir klar: Adventure Rock, dieser Begriff, den die Band selbst für ihren Stil verwendet, trifft es so präzise wie kein anderer. Mit großer tagträumerischer Geste huldigen die Schweden der Meisterschaft alter Heavy-Rock-Helden (Wishbone Ash, Uriah Heep) und verlieren sich in sphärischen Softprog-Welten (inklusive Robovoice à la Styx), deren Geschicke bestimmt sind von reitenden Raumfahrern, raumfahrenden Rittern und Magie, Magie, Magie. Sword & Sorcery meets Space-Märchen - das mag lächerlich klingen, in Wahrheit aber ist es kindisch im schönsten Sinne: Das Kind im Manne, im Weibe und in sonst wem staunt beseelt. Hits wie ´Astral Seer´ oder ´Star Rider´ finden sich hier nicht sofort, dafür wirkt die Band entschiedener, welchen Weg sie mit dem jeweiligen Song beschreiten will, und Tommy Alexandersson hauchnäselt etwas weniger, sondern singt mehr. Live tritt die Truppe mit Samtcapes, Glitzerlederstiefeletten und Prinz-Eisenherz-Sänger-Haarputz auf (ab März erneut auf Deutschland-Tour - go!), und böte sie ihre Songs nicht in schlichter Perfektion dar, man könnte meinen, verschüchterte Dungeons-&-Dragons-Teenies seien aus der Vergangenheit auf die Bühne zwangszeitgereist und plötzlich 15 Jahre gealtert.

Caress your inner child, buy this fukkin´ album!

Autor:
Thorsten Dörting
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