Review

Reviews 7.5

GUNJAH

Manic Aggression

Ausgabe: RH 85

Leicht machen es einem GUNJAH nicht. "Manic Aggression" ist eine Crossover-Scheibe, die vor Spielfreude nur so übersprudelt. Auch der Versuch, sich der amerikanischen Gossensprache anzunähern, was aus teutonischem Munde immer etwas Albernes hatte, kommt überraschend unpeinlich rüber. Ansatzpunkte für Kritik gibt es dennoch. Weniger ist manchmal mehr, und GUNJAH sollten sich fragen, ob es nötig ist, ständig das volle Programm aufzufahren. Sicherlich will eine Sechs-Mann-Combo auch beschäftigt sein, aber es geht mir weniger um personelle Zurückhaltung als um das ständige Bemühen, es jedem recht zu machen. Dabei entstehen zuweilen über achtminütige Stücke, denen die klare Linie fehlt. Das Markenzeichen der Band ist kein wirklich eigener Sound, sondern ein Mischmasch aus Metal, HipHop, HC, Funk und allerlei anderswo zusammengeklauten Ideen. Zunächst ist das sehr unterhaltsam und für deutsche Verhältnisse auf einem einmaligen Niveau angesiedelt, nach einer Weile entwickelt sich aber trotz der Vielseitigkeit eine Monotonie, aus der nur noch die stilistisch klar zuzuordnenden Elemente, wie reine HipHop- oder Metal-Parts, herausragen. Richtig klasse ist "Manic Aggression" also dann, wenn die Jungs besser auf den Punkt kommen. In Zukunft sollten GUNJAH ihren Enthusiasmus daher etwas besser dosieren und in kompaktere Strukturen lenken.

Autor:
Jan Jaedike
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